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Bits & Pieces

Edition #264 | 30.01.2025

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast |
Scalable Kinderdepot
 | Chart der Woche | Edelmetall-ETCs

Kaum haben sich die Wogen im Nordatlantik geglättet, hat Donald Trump bereits sein nächstes Projekt in der Pipeline. Er schickt eine „Armada“ in Richtung Iran. Das ganze politische Drama macht den US-Dollar noch weicher, aber das findet der Präsident einfach „great“. Warum? Der schwache Greenback stärkt die heimische Exportwirtschaft. Und vielleicht hat Trump auch eine ganze Menge Gold im Keller von Mar-a-Lago versteckt. Währenddessen läuft bei den Magnificent 7 nicht mehr alles so glorreich. Besser steht es um Holland, das einen Spieler in der KI-Champions-League hat und dieses Jahr wieder mit zur WM darf – aber nur mit dem richtigen Schuhwerk.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 23.01.2026 und 29.01.2026.


Märkte & Makro

Welt-Light-Währung

Donald Trump sorgt dafür, dass der Krisenwährung Gold die Krisen nicht ausgehen. Diese Woche hat er die US Navy im Persischen Golf zusammengezogen. Die Sorge vor einem erneuten US-Militäreinsatz gegen den Iran wächst und treibt sowohl den Öl- als auch den Goldpreis an. Gold sprang diese Woche sogar über 5.500 $ pro Feinunze. Gleichzeitig markierte auch der US-Aktienindex S&P 500 ein neues Allzeithoch bei über 7.000 Punkten.

Der Grund für die Rally bei Gold und Aktien: der Vertrauensverlust in die Weltleitwährung. Für einen Euro bekam man diese Woche zeitweise 1,20 $ – der schwächste Dollarkurs seit Juni 2021. Auch das ist Trump-gemacht: Der US-Präsident wünscht sich einen schwachen Dollar, um den Industriestandort durch günstigere Exporte zu stützen. Wer jedoch in Dollar notierte US-Staatsanleihen hält, bekommt bei dieser Aussicht weiche Knie.

In Japan schlottern sie bereits. Das Land ist der mit Abstand größte Eigner von US-Treasuries und könnte Dollar-Devisen gerade jetzt gut gebrauchen, um den verfallenden Yen zu stützen. Sollte Japan tatsächlich im großen Stil US-Staatsanleihen abstoßen, müssten die USA künftig deutlich höhere Zinsen für ihre Schuldtitel bezahlen – worauf Trump keine Lust haben dürfte. Naheliegender wäre da eine zwischen Japan und den USA abgestimmte Aktion, den Yen auf anderem Wege zu stabilisieren.

Was war sonst los? Wie erwartet hat die US-Notenbank ihren Leitzins unverändert gelassen. Kanada beteuert gegenüber Trump, kein Freihandelsabkommen mit China anzustreben. Die EU will hingegen Ernst machen und ein Freihandelsabkommen mit Indien schließen – nach 20 Jahren Verhandlung. Das mit vielen südamerikanischen Ländern geschlossene Mercosur-Abkommen, das noch länger in der Mache war, liegt derweil beim Europäischen Gerichtshof zur Prüfung. Trump dürfte das kritisch beäugen. Ein Welthandel ohne die USA wäre nicht im Sinne des Zöllners in Chief.


Berichtssaison

Wer hat was zu melden?

Meta legte extrem starke Zahlen vor. Umsatz und Gewinn schlugen die Erwartungen deutlich, der Ausblick wurde angehoben – die Aktie zog kräftig an. Einziger Wermutstropfen: das Metaverse. Die Sparte verschlang mit einem operativen Verlust von über 6 Mrd. $ deutlich mehr Geld als befürchtet.

Microsoft konnte die Markterwartungen bei Umsatz und Gewinn ebenfalls übertreffen – trotzdem fiel der Kurs. Der Grund: Das Wachstum in der Cloud-Sparte Azure lag mit 39 % nur im Rahmen der Erwartungen und geringfügig unter dem Vorquartal. Für die Wall Street war das nicht genug.

Tesla überraschte positiv mit „schlechten“ Zahlen. Der Umsatz ging im vierten Quartal zwar leicht zurück, doch der Markt hatte Schlimmeres erwartet. Auch der Gewinn fiel besser aus als prognostiziert. Zudem kündigte CEO Elon Musk an, die Modelle S und X in Rente zu schicken. Die Aktie reagierte mit einem leichten Plus.

Apple schlug die Erwartungen ebenfalls. Das Zugpferd: die iPhone-Umsätze, die mit 143,8 Mrd. $ mehr als 5 Mrd. $ über den Prognosen der Wall Street lagen. Der Aktienkurs reagierte kaum. Unter anderem, weil die margenreiche Sparte Services enttäuschte und CEO Tim Cook zugab, dass man die hohen Preisen für Speicherchips spüre.


Podcast

Während Coca-Cola sich fast ausschließlich auf Erfrischungsgetränke konzentriert, hat PepsiCo ein ganz anderes Imperium aufgebaut. In der zweiten Folge unseres Deep Dives schauen Sie gemeinsam mit Christian W. Röhl und Katharina Brunsendorf hinter die Kulissen eines der größten Konsumgüterhersteller der Welt.

Hier geht's zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Scalable Kinderdepot

Noch-früher-Start-Rente

Monatlich 10 € vom Staat für den eigenen ETF-Sparplan: Das klingt erst einmal wenig. Doch bei einem Anlagehorizont von 60 Jahren kann selbst bei kleinen Investments ein ordentliches Sümmchen zusammenkommen. Rückwirkend zum Jahresanfang 2026 startet die Bundesregierung die neue Frühstart-Rente: Dafür möchte der Staat künftig für jedes Kind vom 6. bis zum 18. Lebensjahr monatlich 10 € investieren.

Da die staatliche IT-Infrastruktur dafür jedoch noch aufgebaut werden muss, fließen die ersten Gelder voraussichtlich erst 2027 – dann allerdings rückwirkend für alle Kinder des Geburtsjahrgangs 2020, die dieses Jahr ihren sechsten Geburtstag feiern. Weitere Jahrgänge sollen folgen.

Wer darauf nicht warten möchte: Mit dem Scalable Kinderdepot nehmen Sie den Vermögensaufbau Ihres Kindes schon jetzt in die Hand – bereits ab Geburt. Zudem sorgen Sie nicht nur für das nötige Startkapital, sondern schenken Ihrem Nachwuchs auch Flexibilität. Während die Frühstart-Rente des Staates nämlich zweckgebunden ist und Ihr Kind erst zum Rentenbeginn an das investierte Geld kommt, hat es auf das Scalable Kinderdepot ab Volljährigkeit Zugriff.

Außerdem gibt es für unsere Kinderdepots das sogenannte Taschengeld von Scalable. Das bedeutet, dass wir die Verwaltungsgebühren für Scalable Wealth komplett erlassen und im Scalable Broker bei hunderten ausgewählten Kids-ETFs die laufenden Kosten übernehmen und für Ihr Kind reinvestieren. Mehr Rendite und weniger Gebühren für Ihren Nachwuchs. Alle Infos gibt's auf unserer Website.


ASML

Nur mit Holland fahren wir zur KI

Smartphones, selbstfahrende Autos und KI-Server – all das gäbe es nicht, ohne die modernsten Chips der Welt. Zwar werden sie im Silicon Valley entworfen und überwiegend in Taiwan hergestellt, doch auch das beschauliche Veldhoven in den Niederlanden spielt dabei eine Schlüsselrolle. Dort hat ein Unternehmen seinen Hauptsitz, ohne welches das globale Chip-Wettrennen zwischen China und den USA gar nicht stattfinden könnte.

ASML entwickelt Lithografiesysteme, die weltweit sonst niemand anbietet. Vorstellen kann man sich diese wie riesige Diaprojektoren – nur komplexer. Dank dieser extrem aufwendigen Lasertechnologie können winzigste Strukturen definiert und so Milliarden von Transistoren auf einem Chip realisiert werden. Je mehr Transistoren auf engstem Raum, desto leistungsfähiger und energieeffizienter werden die Chips.

Wenn es so richtig eng werden soll, dann braucht es EUV-Lithografiesysteme. Nur diese „Extreme Ultraviolet“-Maschinen können beispielsweise KI-Chips herstellen und nur ASML hat sie im Angebot. Kein Wunder also, dass die großen Fertiger wie TSMC, Intel und Samsung den Niederländern „de hut bestormen“ bzw. die Hütte einrennen. Fortune Business Insights schätzt die Nachfrage nach Lithografiesystemen im laufenden Jahr auf rund 217 Mrd. $ (ca. 182 Mrd. €) – 80 bis 90 % davon dürften auf ASML entfallen.

Zur Lieferkette der Holländer gehören auch zwei Hidden Champions aus Deutschland: Das Familienunternehmen Trumpf stellt Hochleistungslaser für ASML her und Carl Zeiss liefert Hightech-Spiegel. Beide deutschen Komponenten sind durch ihre einzigartige Präzision kaum zu kopieren und für den Erfolg der EUV-Lithografiesysteme mittlerweile unverzichtbar.

Die riesige Nachfrage zeigte sich auch in den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen für das vierte Quartal 2025. Es wurden neue Maschinen im Wert von 13,2 Mrd. € bestellt – fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor und weit mehr als erwartet. Über 7,4 Mrd. € davon entfielen auf den EUV-Bereich.


Edelmetall-ETCs

Wenn Währungen schmelzen

Trump setzt mit seinen Eskapaden das Vertrauen in den US-Dollar aufs Spiel und in Japan droht die Kernschmelze des Yen. In so turbulenten Zeiten greifen viele zu den ganz harten Währungen: Gold und Silber. In den vergangenen von Krisen geplagten fünf Jahren konnte sich der Goldpreis mehr als verdreifachen und erreichte am Donnerstag mit über 5.500 $ pro Feinunze ein neues Allzeithoch.

Wer seine Münzen oder Barren weder daheim im Tresor noch im Schließfach der Sparkasse Gelsenkirchen lagern möchte, kann auch einfacher an der Wertentwicklung von Edelmetallen teilhaben. Sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs) bilden die Wertentwicklung von Rohstoffen ab und sind – wie im Falle des Amundi Physical Gold oder des iShares Physical Silver – häufig mit dem jeweiligen Edelmetall hinterlegt.

Hierzulande kommt die Goldrally bisher nur gedämpft an: Wegen der US-Dollar-Schwäche sind die 66 % Goldpreis-Plus im vergangenen Jahr aus der Euro-Perspektive auf 46 % geschrumpft. Wer Wechselkurseffekte ausschalten will, kann zu EUR Hedged ETCs greifen – die auf alle Edelmetalle verfügbar sind. Diese Sicherung ist allerdings mit Kosten verbunden und schaltet nicht nur Währungsrisiken aus, sondern auch die Chance, von einem möglicherweise wieder festeren Dollar zu profitieren.


Chart der Woche

Asics und On sprinten davon

5-Jahres-Performance ausgewählter Sportartikelhersteller

Chart-der-Woche

Quelle: Bloomberg, Stand: 26. Januar 2026

Laufen hat sich spätestens seit der Pandemie zum Social-Media- und Lifestyle-Trend entwickelt. Vom großen Run profitieren vor allem die Sportartikelhersteller, die einen stärkeren Fokus auf Laufschuhe haben. Allen voran: Asics. In den letzten 5 Jahren rannte deren Aktienkurs allen anderen davon und stieg um 543 %. Zudem profitierte das japanische Unternehmen von der Gen-Z-Nachfrage nach „Y2K-Dad Shoes“, die vor allem in Großstädten zu begehrten Modeobjekten wurden.

Auch die Aktie des Schweizer Unternehmens On performte seit dem IPO im September 2021 oft besser als die bekannter Sportmarken wie NIKE oder adidas. Sie stieg um 93 %. Mit Tennisstar Roger Federer als Investor und Sängerin Zendaya als Markengesicht expandierte On in den Tennis- und Lifestyle-Bereich und baute seine Bekleidungssparte aus. Hier stieg der Umsatz in 2025 um 87 % im Vorjahresvergleich. Seiner Premium-Strategie blieb man dabei treu.

Die Aktien der anderen Sportriesen konnten allerdings kaum vom Lauf-Trend profitieren. adidas erlitt durch den Bruch mit Markenbotschafter Kanye West ein Milliardenloch, das selbst die Nachfrage nach Retromodellen wie Gazelle nicht stopfen konnte. NIKE senkte seine Wachstumsprognosen, weil sich das Unternehmen mit App-Verkäufen verrannt hatte, statt mehr über große Einzelhandelsketten zu verkaufen. Under Armour versucht bisher erfolglos den Wechsel von einer Gym- zu einer Lifestyle-Marke. Das kostet Umsatzwachstum. PUMA kämpft mit Imageproblemen und wird von der Lauf-Community als nicht mehr cool angesehen. Erst am Dienstag wurde bekannt, dass der chinesische Sportartikelhersteller Anta Sports einen Anteil von 29 % an PUMA übernimmt. Dies sorgte für ein kurzes Anziehen der Aktie. Auf Fünfjahressicht ist sie allerdings gefallen.


SCALABLE NEWS


10.000 € Startkapital

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Produkt-Highlight


In der Dividende liegt die Kraft

In dieser Woche war es laut an der Wall Street: Mit Microsoft, Meta, Tesla und Apple haben gleich vier der Magnificent 7 ihre Zahlen veröffentlicht. Wer bei diesem Tech-Feuerwerk etwas Erdung und Ruhe benötigt, findet jenseits des Silicon Valley eine solide Basis an Dividendenwerten.

Der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders bietet einen Ruhepol abseits der starken US-Lastigkeit vieler Portfolios mit überzeugender Wertentwicklung gegenüber dem MSCI World. Statt auf KI-Hype und viel Technologie setzt dieser ETF auf starke Dividendenzahler: Über 60 % der Gewichtung entfallen auf die Sektoren Finanzen, Energie und Gesundheit. Mit Positionen wie ExxonMobil, Verizon oder der Allianz setzt sich das Portfolio hauptsächlich aus defensiven Werten zusammen. Eine Sektor-Obergrenze von 40 % stellt zudem sicher, dass der ETF nicht zu sehr Schlagseite bekommt.

Der Auswahlprozess ist dabei strenger als der Türsteher vor dem Berghain: Berücksichtigt werden nur die 100 dividendenstärksten Industrieländer-Aktien mit stabiler oder steigender Dividendenrendite über fünf Jahre und einer Ausschüttungsquote von maximal 75 %. So soll die klassische Dividendenfalle vermieden werden.

Ein besonderes Merkmal: Statt des Börsenwerts entscheidet die absolute Dividendensumme über den Anteil der Unternehmen im ETF. Wer also das meiste Geld an Anlegende ausschüttet, bekommt das größte Gewicht. Das Ergebnis: Ein ETF mit vierteljährlichen Ausschüttungen von stabil aufgestellten Unternehmen sowie einer breiten Sektor-Diversifikation – ideal als Gegengewicht für tech- und US-lastige Portfolios.

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Medientipp

Alles muss raus

2018 startete Amazon mit seinen kassenlosen Supermärkten ein ambitioniertes Projekt. Und pünktlich vor den Quartalszahlen nächste Woche wird es nun offiziell abgewickelt. Warum alle Go- und Fresh-Läden wieder schließen, erfahren Sie in diesem Beitrag von Golem.

Quellen: Scalable and dpa-AFX

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