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Bits & Pieces

Edition #268 | 27.02.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Christian W. Röhl |
NVIDIA
 | Chart der Woche | US-Tech-ETFs

16 % – Nein, wir sprechen nicht von der Jahresrendite eines Tech-ETFs, sondern vom unbereinigten Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern, auf den der heutige Equal Pay Day aufmerksam macht. Auch am Aktienmarkt zeigen sich Lücken: Während 24,8 % der Männer investieren, sind es bei den Frauen 15,1 %. Wie sich die deutsche Aktienkultur regional verteilt, zeigt unser Chart.

Außerdem: Wie Trump auf das Zollurteil des Supreme Court reagiert, warum der Markt dem spektakulären Zahlenfeuerwerk von NVIDIA die kalte Schulter zeigt und wie Sie mit einem Kupfer-ETF daran teilhaben, wenn KI unsere Leitungen künftig noch heißer glühen lässt. Bloß nicht zu heiß glühen sollten hingegen Flugzeugtriebwerke, denn Wartungspersonal ist gerade rar gesät.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 20.02.2026 und 26.02.2026.


Märkte & Makro

Die 175-Milliarden-Quittung

Bei Donald Trump läuft es derzeit nicht: Das US-Wirtschaftswachstum blieb im vergangenen Quartal mit aufs Jahr hochgerechnet 1,4 % weit hinter den Erwartungen zurück – auch wegen des langen Regierungs-Shutdowns im Herbst.

Zu allem Überfluss kassierte der Supreme Court nun viele seiner Zölle ein. Die Folge: FedEx klagt bereits auf Rückzahlung. Insgesamt dürften Forderungen von 175 Mrd. $ auf den Staat zukommen. Der US-Präsident reagierte gewohnt trotzig: Er setzte per Notstandsverordnung für 150 Tage neue globale Zölle in Höhe von 10 % in Kraft. Wer zuvor mühsam Sonderkonditionen mit dem Weißen Haus ausgehandelt hatte, erhält nun die gleiche Behandlung wie alle anderen.

Warum Trump den Kongress erneut umgeht und wieso viele Unternehmen über den Wegfall der alten Zölle gar nicht glücklich sind, erfahren Sie in unserer aktuellen Ausgabe von Beyond the Noise.


NVIDIA

Müdes Lächeln für Milliarden

Ist die Software-Apokalypse nur ein großes Missverständnis? Der Chef von NVIDIA ist jedenfalls fest davon überzeugt, dass KI den Sektor nicht auffressen wird. Die Arbeit von KI-Agenten sei laut Jensen Huang weiterhin zwingend auf Microsoft Excel, ServiceNow oder SAP angewiesen. Ohne solche Tools könnten Menschen die Arbeitsergebnisse der KI überhaupt nicht verstehen und anschließend verfeinern.

Huang hat leicht reden: Seine Chips sind immerhin das Business, das die Angst vor der Disruption in der Softwarebranche befeuert. Und dieses Geschäft brummte auch im vergangenen vierten Geschäftsquartal: NVIDIA konnte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 73 % auf 68,1 Mrd. $ hochschrauben – deutlich mehr, als die Wall Street erwartet hatte. Der Nettogewinn verdoppelte sich fast auf 43 Mrd. $. Der Aktienkurs sackte dennoch ab. Bei NVIDIA scheint noch immer mehr als nur Perfektion eingepreist zu sein.

Und das trotz eines ebenfalls starken Ausblicks: Die Umsatzprognose für das laufende Quartal stieg auf 78 Mrd. $ – mehr als 5 Mrd. $ über den Markterwartungen. Außerdem gab es Details zur nächsten KI-Chip-Generation, die im Jahresverlauf eingeführt werden soll. Die Vera-Rubin-Chips sollen doppelt so energiehungrig sein wie die aktuellen Blackwell-Modelle, dafür aber eine bis zu zehnmal höhere Leistung pro Watt bringen. Womöglich könnte KI mit so viel Power am Ende doch noch Appetit auf das ein oder andere Geschäftsmodell bekommen.


Podcast

Von Wasserkraftwerken über Immobilien und Versicherungen bis hin zum Potsdamer Platz: In der zweiten Folge des Brookfield Deep Dives stellen Ihnen Christian W. Röhl und Katharina Brunsendorf die fünf Brookfield-Aktien vor und sprechen darüber, was „Real Assets“ denn nun sind.

Hier geht's zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Triebwerke

Die heimlichen Herrscher der Lüfte

DAX-Schwergewicht Airbus ist sauer auf Pratt & Whitney (P&W). Der europäische Flugzeugbauer wirft dem US-Unternehmen vor, bestellte Triebwerke nicht rechtzeitig ausgeliefert zu haben. Nun prüft Airbus rechtliche Schritte. Von P&W – das wie Raytheon Teil des Konzerns RTX ist – hört man dazu bislang nichts. Die Amerikaner dürften mit ihren Gedanken aktuell bei der Rückrufaktion der defekten Airbus-A320neo-Triebwerke sein.

Langfristig wird man sich jedoch arrangieren müssen: Airbus und Boeing sind von den Triebwerksherstellern komplett abhängig. Während die Flugzeugbauer sich um die Hülle und die Integration der einzelnen Systeme kümmern, liefern unter anderem P&W, MTU Aero Engines und Rolls-Royce das schlagende Herz der Maschinen. Und noch mehr: Die gesamte Infrastruktur muss auf das jeweilige Triebwerk zugeschnitten werden. Dazu zählen beispielsweise Schulungen für das Wartungspersonal, millionenschwere Ersatzteillager und langfristige Wartungsverträge mit den Triebwerksherstellern.

Die Software im Cockpit und die Aerodynamik sind ebenfalls auf die jeweiligen Antriebssysteme maßgeschneidert, und auch Leasingverträge für Triebwerke sind im Kommen. Airlines sparen sich so den einmaligen Kaufpreis und sind flexibler, wenn bei ihnen mal die Luft dünn wird. Und wenn ein Triebwerk gewartet werden muss oder defekt ist, sind die Hersteller gezwungen, schleunigst Ersatz zu beschaffen.

Trotz ihrer starken Marktpositionen kämpfen die Triebwerkshersteller aber derzeit mit Problemen: Fachkräftemangel und gestörte Lieferketten führen zu Engpässen in der Produktion. Und ohne Triebwerke können Flugzeuge nun mal nicht an die Airlines ausgeliefert werden.

Im Kurs-Chart haben diese Probleme aber keinen großen Knick hinterlassen: In den vergangenen fünf Jahren ist die Aktie von RTX um ca. 175 % gestiegen, die von MTU Aero Engines um ungefähr 85 % und der Kurs von Rolls-Royce verzwölffachte sich sogar.


Chart der Woche

Der deutsche Depot-Atlas

Aktienanlagen nach Regionen in Prozent der Bevölkerung

Chart-der-Woche

Quelle: Deutsches Aktieninstitut, 2025

Dahoam is dahoam! Ein Blick auf die Landkarte zeigt, wo die deutsche Aktienkultur beheimatet ist. Bayern führt mit 25,5 %, dicht gefolgt von Hessen und Baden-Württemberg. Dabei ist eine Wechselwirkung mit der regionalen Wirtschaftsleistung zu sehen: Wo die Industrie brummt, scheint auch die Lust auf ein Depot zu wachsen.

Bei der Wachstumsgeschwindigkeit hat aber nicht der Süden, sondern der Osten die Nase vorn: Dort wuchs der Bevölkerungsanteil, der in Aktien investiert, innerhalb eines Jahres um 30 % – im Westen nur um 15 %. Aktienkultur ist also keine Frage der Himmelsrichtung, sondern der Einstellung. Wer heute sät, erntet morgen – unabhängig von der Postleitzahl.

Gemäß dem Gesetzentwurf vom Dezember 2025 soll das neue Altersvorsorgedepot der Bundesregierung dem privaten Vermögensaufbau ein zeitgemäßes Update geben und noch mehr Lust auf ein eigenes Depot machen. Mit unserem Altersvorsorgerechner finden Sie heraus, mit welchen Förderungen Sie dabei rechnen können, welche Steuern anfallen und wie viel Sie monatlich zur Seite legen müssen, um Ihre persönliche Rentenlücke zu schließen.


US-Tech-ETFs

Spritzentechnologie

Microsoft Office auf dem Arbeitslaptop, ein iPhone in der Hosentasche und abends die neue Netflix-Serie streamen: Technologie ist nicht nur Teil, sondern häufig sogar Mittelpunkt unseres Lebens geworden. In den Laboren des Silicon Valley entsteht unsere Zukunft, und mit Tech-ETFs können Sie an dieser Entwicklung teilhaben.

Der NASDAQ-100 gilt als der Klassiker des Tech-Investments. Der Aktienindex umfasst die größten Nicht-Finanzunternehmen, die an der US-Börse Nasdaq gelistet sind, und ist stark konzentriert – die zehn größten Titel kommen gemeinsam auf mehr als die Hälfte des Indexgewichts. Diese Tech-Schwergewichte waren es jedoch auch, die in den vergangenen Jahren den Großteil der Indexperformance eingefahren haben. Alternativ stehen auch gleichgewichtete ähnliche Produkte zur Verfügung.

Doch Tech ist mehr als nur Silizium, Transistoren und flimmernde Displays. Im NASDAQ-100 steckt beispielsweise auch ein gutes Stück Biotechnologie: Healthcare-Unternehmen wie Amgen und Gilead Sciences finden sich im oberen Drittel des NASDAQ-100 wieder – ebenso wie der Medizintechniker Intuitive Surgical, der unter anderem OP-Roboter herstellt. Wer diesen Health-Pionieren zielgerichtet mehr Gewicht im eigenen Depot verschreiben möchte, tut das beispielsweise mit dem iShares Nasdaq US Biotechnology ETF.

Wer sein Tech-Investment hingegen auf Hardware, Software und Halbleiter fokussieren will, bekommt das mit dem Xtrackers MSCI USA Information Technology. Hier machen die größten zehn Werte jedoch sogar mehr als 75 % des ETFs aus. Als Basisinvestment eignet sich ein derart konzentriertes Produkt nicht. Wer aber von Tech überzeugt ist, kann sich beispielsweise das Monatsabo von ein, zwei Streaminganbietern sparen – und das Kleingeld stattdessen nutzen, um einen Tech-Satelliten in den Orbit um das eigene Kerninvestment zu katapultieren.


Produkt-Highlight


Rotes Gold

Ob Rechenzentren, E-Autos oder die globale Energiewende: Ohne Kupfer läuft nichts. Das rote Metall ist das unsichtbare Nervensystem unserer digitalen Welt: Wo Strom fließen muss, führt an Kupfer kein Weg vorbei. Die hohe Nachfrage nach dem Industriemetall treibt den Preis in die Höhe und macht die kostspielige Erschließung neuer Minen zu einem rentablen Geschäft.

Wer sich die gesamte Kupfer-Wertschöpfungskette ins Depot holen möchte, wird beim Global X Copper Miners ETF fündig. Enthaltene Unternehmen müssen mindestens 30 % ihres Umsatzes mit der Erschließung und Förderung von Kupfer oder damit verbundenen Aktivitäten erwirtschaften. Eine Kappungsgrenze von 4,75 % sowie ein halbjährliches Rebalancing sorgen dafür, dass einzelne Rohstoffgiganten nicht zu stark gewichtet werden.

Warum das in dieser geopolitisch und regulatorisch sensiblen Branche wichtig ist, zeigte sich 2023. Als die Regierung in Panama überraschend die Schließung einer riesigen Kupfermine anordnete, stürzte die Aktie des kanadischen Förderunternehmens First Quantum Minerals massiv ab. Ein breit aufgestellter ETF kann solche Einzelwertrisiken abfedern. Aufgrund der Kappungsgrenze ist ein Branchenschwergewicht wie Glencore – dessen geplante Mega-Fusion mit Rio Tinto kürzlich erst platzte – im ETF in etwa genauso stark gewichtet wie der Hamburger Kupferkonzern Aurubis, dessen Aktienkurs in den letzten fünf Jahren rund 140 % Plus gemacht hat.

Hier geht's zum ETF

Quellen: Scalable und dpa-AFX

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