Bits & Pieces
Edition #300 | 09.10.2026
Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Gaming | Chart der Woche | Value-ETFs | Produkt-Highlight | Scalable News | Altersvorsorge
Heute flattert bereits die 300. Ausgabe des „Bits & Pieces“-Newsletters in Ihr Postfach. Seit der ersten Edition vor knapp sechs Jahren hat sich der Markt grundlegend verändert. Damals: Nullzinsen, um die an Covid-19 erkrankte Wirtschaft wieder anzukurbeln, sowie ein Bitcoin, der erstmals an der Marke von 20.000 Dollar kratzte. Heute: Steigende Zinsen angesichts einer hartnäckigen Inflation, Anleiherenditen von mehr als 5 %, Bitcoin über 80.000 Dollar und nicht zu vergessen: Alles dreht sich um KI.
Eine wilde Reise. Doch zwischen der 1. und der 300. Ausgabe gibt es eine unscheinbare Gemeinsamkeit: Das Biotech-Unternehmen Moderna hat es geschafft, in beiden Editionen erwähnt zu werden. Damals war es in den „meistgehandelten“ Aktien. Diesmal versteckt sich die Firma irgendwo zwischen hohen Renditen, Funflation und Börsen-Hypes. Wir wünschen viel Spaß bei der Suche!
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Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 02.10.2026 und 08.10.2026.
Im Fokus: Accenture
Nach Veröffentlichung der jüngsten Zahlen machte die Aktie von Accenture einen ordentlichen Satz nach oben – viele versilberten daraufhin die Gewinne. Der Beratungsriese meldete für das letzte Quartal Rekordbuchungen, getrieben durch den KI-Boom. Denn: Accenture berät Großkonzerne dabei, wie sie KI in ihre Geschäftsprozesse integrieren können.
Unterm Hammer
Am Mittwoch kletterten die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen kurzzeitig auf 5,35 % – der höchste Stand seit 2002. Das Problem: Hohe Renditen verteuern Kredite für Staat bzw. Unternehmen und ziehen Kapital aus dem Aktienmarkt ab. Aber: Regierungen haben Wege, auf die Renditen einzuwirken.
Der Auktions-Effekt: Das US-Finanzministerium nutzte die hohen Zinsen als Lockvogel für eine Auktion zehnjähriger US-Treasuries. Die hohe Rendite löste einen Nachfrageansturm aus: Da viele die Papiere kaufen wollten, kletterten die Anleihekurse nach oben – wodurch die effektiven Renditen im Nachgang wieder sanken (höhere Kurse = niedrigere Rendite).
Doppel-Katalysator für den Dollar (18-Monats-Hoch): Globale Anlegende tauschten Fremdwährungen in Dollar, um sich die US-Papiere zu sichern. Die Nachfrage ließ die Währung weiter steigen. Und auch die Fed stützt den Greenback: Das jüngste Protokoll der US-Notenbank (FOMC Minutes) macht klar: Die Zinsen bleiben vorerst hoch („higher for longer“).
Fazit fürs Depot: US-Titel wie Aktien oder ETFs ohne Währungssicherung gewinnen allein durch den stärkeren Dollar an Wert in Euro. Gleichzeitig steht der Euro unter Druck, was Energie- und Rohstoffimporte für Europa verteuert – Stichwort importierte Inflation – und den Spielraum der EZB einschränkt.
Künstliche Intelligenz treibt die Märkte. Doch reicht nicht schon ein simpler MSCI All Country World, um vom Boom zu profitieren? Immerhin machen KI-relevante Werte im Welt-Index bereits rund 40 % aus. Thomas Meyer zu Drewer von Amundi erklärt im Gespräch mit Christian W. Röhl, warum spitze Themen-ETFs auf Datacenter oder Speicherchips dennoch lohnen – und welche Vorteile stark konzentrierte Indizes haben.
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Gegen Inflation hilft: Zocken
Reisen sind immer teuer, doch aktuell tun sie wegen der Inflation besonders im Geldbeutel weh. Viele besinnen sich daher wieder mehr auf das kleine Glück: Laut Daten der Bank of America sind die Ausgaben für Hobbys in den USA im August um 7,9 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Von dieser sogenannten „Funflation“ profitiert eine Nischenbranche: Gaming. Der Studie zufolge haben alle Altersgruppen mehr Geld für Videospiele ausgegeben. Bei der Gen Z (14-29 Jahre alt) sind es 20 %, bei den älteren Baby-Boomern (62-80 Jahre alt) sogar 30 % mehr als im Jahr zuvor.
Ein Videospiel kostet durchschnittlich rund 70 € und liefert dafür Stunden oder gar Wochen an Unterhaltung. Bestes Beispiel: Allein die Hauptstory des heiß ersehnten Blockbuster-Titels Grand Theft Auto VI von Rockstar Games (Take-Two Interactive), das am 19. November erscheint, soll bis zu 80 Spielstunden liefern – hochgerechnet ist das nicht mal ein Euro pro Spielstunde.
Dazu kommen Angebote wie der Xbox Game Pass von Microsoft oder das PlayStation Plus-Abo von Sony. Für einen überschaubaren monatlichen Beitrag gibt es so Zugriff auf riesige Spielebibliotheken. Ein Geschäftsmodell, mit dem die großen Tech-Konzerne das traditionell zyklische Gaming-Geschäft in planbare und wiederkehrende Umsätze verwandeln. An der Börse haben Anlegende die Wahl: Pure-Plays wie Take-Two hängen direkt am Erfolg einzelner Spieletitel, während Tech-Riesen wie Microsoft und Sony Gaming als stabiles Abo-Standbein im Gesamtkonzern nutzen.
Berge, Schnitzel und eine Killer-Aktienperformance
ATX vs. S&P 500 EUR. Fünfjahresperformance (indexiert bei 100)

Quelle: Xtrackers ATX UCITS ETF, iShares Core S&P 500 UCITS ETF (auf Euro-Basis), Scalable Chief Economist Christian W. Röhl
Wer hätte das gedacht: Die US-Börse gilt oft als unschlagbar, doch auf Fünfjahressicht hat der österreichische Leitindex ATX den mächtigen S&P 500 deutlich abgehängt. Das Wiener Aktienbarometer kletterte im Fünf-Jahres-Vergleich um rund 120 %, der US-Leitindex legte derweil (auf Euro-Basis) nur gut 90 % zu.
Wie hat Österreich das geschafft? Ganz ohne Tech-Riesen – die dagegen den Rivalen S&P 500 treiben. Im Alpenland dominieren Finanzwerte wie die BAWAG; insgesamt kommt der Finanz-Sektor im ATX auf ein Gewicht von über 45 %. Dieser Bereich konnte dank steigender Zinsen hohe Gewinne einstreichen. Daneben stehen Value-Größen wie das Stahlunternehmen voestalpine oder der Energiekonzern OMV, die dem ATX mit soliden Bilanzen und hohen Dividendenrenditen einen Renditevorteil gegenüber dem S&P 500 verschaffen.
Gut zu wissen: Der ATX bildet die Wertentwicklung der 20 größten österreichischen börsennotierten Unternehmen ab, beim S&P 500 sind es 500 US-Akteure. Dies führt dazu, dass beim ATX einzelne Titel stärker ins Gewicht fallen und den gesamten Index bewegen können.
Außerdem: Scalable ist nun vor Ort in Österreich mit einer eigenen Bankniederlassung vertreten. Mehr Infos unten in den News.
Hype kann jeder
Wie abhängig ist Ihr Depot von den großen US-Techies? Erwischt. Gegen Growth-Werte als Motor im Portfolio ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber: Sie sind vielleicht teuer. Warum also nicht zur Abwechslung – und Diversifikation – mal günstige Börsenchampions shoppen gehen?
Substanz statt Hoffnung. Gerade in Zeiten steigender Zinsen rücken Value-Titel wieder ins Rampenlicht. Versicherer, Pharmakonzerne, Versorger oder Basiskonsumgüterhersteller haben stabile Cashflows und eine starke Preissetzungsmacht. Dabei heißt Substanz nicht automatisch Größe. Small Caps können sich lohnen – sie sind häufig Marktführer in ihrem Segment und dennoch niedrig bewertet abseits des medialen Hypes.
Klassisch defensiv. Mit Geschäftsmodellen, die aus dem täglichen Leben nicht wegzudenken sind, zählen Telekommunikation und Versorger zu den Value-Sektoren schlechthin. Internet, Mobilfunk, Strom und Wasser werden immer gebraucht. Planbare Einnahmen machen sie zu verlässlichen Dividendenzahlern. Chancen birgt außerdem eine mögliche Lockerung der EU-Fusionskontrolle, gleichzeitig bilden Regulatorik und hohe Schuldenberge ein Risiko.
Tech-Elite
Der NASDAQ-100 ist der Klassiker des Tech-Investments. Der Index bündelt die 100 größten Nicht-Finanzunternehmen, die an der US-Börse Nasdaq gelistet sind, und ist so extrem konzentriert. Allein die Top 10 rund um Schwergewichte wie NVIDIA, Apple und Microsoft machen fast die Hälfte des gesamten Indexgewichts aus. Diese Player waren es auch, die in den vergangenen Jahren den Großteil der Performance eingefahren haben.
Jedoch bedeutet Tech nicht nur Chips, Rechenzentren oder Large Language Models. Im NASDAQ-100 steckt auch Gesundheit drin. Das beweist nicht zuletzt der Aufsteiger Moderna, der heute frisch in den Index aufgenommen wurde. Der mRNA-Pionier arbeitet unter anderem an Krebsimpfstoffen. Und Moderna ist in bester Gesellschaft: Neben Healthcare-Unternehmen wie Amgen und Gilead Sciences gehört auch Intuitive Surgical mit seinen OP-Robotern zum Portfolio. Für die nötige Bodenhaftung sorgen dann noch bewährte Konsum-Firmen wie Walmart oder Costco.
Mit dem Invesco EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF können Sie sich diese Elite ins Depot holen. er setzt auf eine vollständige physische Replikation, also den Kauf aller Aktien, die im Index enthalten sind, und hat eine Gesamtkostenquote von 0,30 % im Jahr.
Zuckerl aus Wien
Ab sofort ist Scalable mit einer lokalen Niederlassung in Österreich vertreten. Dadurch erhalten ansässige Kunden wesentliche Vorteile:
- Neukunden erhalten direkt bei der Kontoeröffnung eine österreichische IBAN
- Wenn Sie in Österreich leben und bereits Kunde sind, erhalten Sie demnächst Informationen zur Umstellung auf die österreichische Niederlassung per E-Mail
- Scalable berechnet, behält und führt die Kapitalertragsteuer (KESt) automatisch ab.
Festgeld jetzt auch für 6 Monate
Mit Scalable Festgeld sichern Sie sich 2,75 % Zinsen p.a. Ab 1 € ohne Maximalbetrag.
In dieser Rubrik dreht sich alles um das geplante Altersvorsorgedepot (AVD).
Für das Altersvorsorgedepot zum Selbst entscheiden geben wir heute weitere Details bekannt:
- Sie verwalten Ihre Geldanlage selbst und können flexibel mit Aktien-, Anleihen- und Rohstoff-ETFs, Private Markets (ELTIF) und Fonds vorsorgen.
- Beim Sparen für die Altersvorsorge mit dem Scalable Welt-ETF und vielen ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard entfallen die Produktkosten (TER) vollständig: Durch den Scalable Rentenbonus wird die TER gutgeschrieben und reinvestiert.
- Sie können sofort loslegen, denn den Rentenbonus gibt es bereits für Käufe und Sparpläne bis Jahresende im Broker, ausgezahlt ins Altersvorsorgedepot.
- Ab Januar erhalten Sie dann staatliche Zulagen von bis zu 540 € plus 300 € pro Kind pro Jahr sowie weitere Steuervorteile im Altersvorsorgedepot.
Redaktionsschluss: Freitag, 7 Uhr
Quellen: Scalable und dpa-AFX
