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Bits & Pieces

Edition #262 | 16.01.2025

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast |
Weight Watchers
 | Chart der Woche | Rohstoff-ETFs

Um in einem korrupten System für Gerechtigkeit zu sorgen, braucht es jemanden, der nicht nach den Regeln spielt: Das ist der Plot jeder guten Batman-Story. Für die einen heißt dieser dunkle Rächer Donald Trump. Für immer mehr Menschen steht allerdings fest, dass in Wahrheit längst der Joker Washington regiert. Diese Woche auf Trumps Agenda: eine mögliche Übernahme Grönlands und etwas Mobbing gegen den US-Notenbankchef. Wir haben uns neben Trumps Eskapaden den aktuellen Hype um japanischen Stoff und Rohstoff-ETFs vorgeknöpft. Außerdem feiert unser Podcast Asset Class Geburtstag und die Weight Watchers bekommen dank Abnehmpillen bald leichter ihr Fett weg.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 09.01.2026 und 15.01.2026.


Märkte & Makro

Fed-Showdown und Silber-Fieber

Die US-Notenbank auf der Anklagebank? So weit ist es noch nicht, aber wegen der aus dem Ruder gelaufenen Kosten für die Renovierung zweier Dienstgebäude hat Fed-Chef Jerome Powell nun eine Vorladung des US-Justizministeriums erhalten – und darauf in ungewohnt scharfer Form reagiert: „Es geht darum, ob die Fed Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann oder ob die Geldpolitik von politischem Druck und Einschüchterung bestimmt wird.“

Vom Showdown um die Unabhängigkeit der Geldhüter profitieren Edelmetalle: Gold hat seit Jahresanfang bereits 7 % zugelegt, Silber (auch im Kontext der verschärften chinesischen Exportkontrollen) sogar mehr als 20 % und ist nun in US-Dollar fast dreimal so teuer wie vor zwölf Monaten. Eine epische Rallye, durch die man für eine Unze Gold jetzt nur noch gut 50 Unzen Silber bekommt – deutlich weniger als im historischen Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Im Sommer 2011 indes lag die sogenannte Gold/Silber-Ratio im Tief sogar nur knapp über 30, bevor der „Billigheimer“ unter den Edelmetallen kräftig absackte. Gleichzeitig kann Momentum sehr weit tragen, gerade wenn eine runde Marke wie bei Silber die 100 $ pro Feinunze in Sichtweite ist.

Die Wall Street startet derweil in die Berichtssaison – wie üblich mit den Großbanken, deren Ergebnisse, bereinigt um Sonderfaktoren, leicht über den Erwartungen lagen. Bei JPMorgan läuft vor allem der Aktienhandel, der Citigroup ist die Ertragswende im Investment Banking gelungen und Wells Fargo hat den Gewinn im Privatkundengeschäft um ein Drittel gesteigert. Dennoch gaben die Aktien nach: Gerade nach den überraschend moderaten Inflationszahlen rechnet man am Markt mit weiter sinkenden Zinsen, was die Margen schmälern würde. Dazu wollen die Geldhäuser ihre internen Prozesse stärker auf KI ausrichten. Doch was mittelfristig die Kosten drücken soll, kostet zunächst einmal Geld.


Podcast

Zum ersten Geburtstag von Asset Class gibt es diese Woche eine Sonderfolge: Private Equity galt lange als exklusiver Spielplatz für Staatsfonds, Stiftungen und Versicherungen. Doch die Zeiten ändern sich: Mit ELTIFs wird diese Anlageklasse nun auch für Privatanlegerinnen und -anleger zugänglich. In dieser Folge nimmt Christian W. Röhl Sie mit zu einem exklusiven Event in München, um gemeinsam mit den Profis von BlackRock hinter die Kulissen der Privatmarkt-Investments zu blicken.

Hier geht's zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Weight Watchers

Pillen gegen Pfunde

Reines Punktezählen war gestern. Jahrzehntelang galt Weight Watchers (offiziell: WW International) weltweit als Synonym für Diät-Disziplin. Doch der Aufstieg der modernen Abnehmmedizin hätte der Ikone fast das Leben gekostet. Nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr noch unter Gläubigerschutz stand, startet nun ein Comeback-Versuch. Die neue Geheimwaffe: Der Vertrieb von Abnehmpillen in Kombination mit digitalen Rezepten und KI-Gesundheitstracking. Dafür kooperiert WW International mit den Pharmariesen Eli Lilly und Novo Nordisk. Die Strategie: Populäre Medikamente wie beispielsweise Wegovy werden direkt in die digitalen Programme von Weight Watchers integriert.

Die Zahlen für das dritte Quartal 2025 zeigen, warum das Kerngeschäft für Weight Watchers immer weniger wichtig wird und man stattdessen auf den boomenden Markt für GLP-1-Therapien setzt. Im Tele-Health-Bereich, den neuen Programmen mit Medikamenten-Versand, gab es ein massives Umsatzplus von 35,3 % im Vorjahresvergleich. Die klassischen Programme ohne Abnehmprodukte, auf die noch immer ein Großteil des Gesamtumsatzes entfällt, brachen hingegen um 15,7 % ein.

Während das gemessen am Börsenwert winzige Weight Watchers sich neu erfindet, arbeiten die Giganten des Abnehmmarktes mit Hochdruck an der nächsten Evolutionsstufe. Während Abnehmspritzen den Weg geebnet haben, geht der Trend mittlerweile in Richtung Abnehmpillen. Erst im Dezember 2025 genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA ein neues Produkt von Novo Nordisk, das nicht mehr aufwändig injiziert werden muss. Eine Entscheidung über die neue Pille von Eli Lilly ist für das Frühjahr geplant.

Grundsätzlich ist der Markt für Abnehmprodukte riesig und er könnte noch enorm wachsen. Laut dem Handelsblatt könnte der globale Markt für solche Medikamente bis in die 2030er-Jahre auf 180 Mrd. $ anwachsen. Für das „neue“ Weight Watchers ist dies die Chance, vom verstaubten Diät-Club zum modernen Healthcare-Player aufzusteigen.


Chart der Woche

Unique Clothing

Umsätze von Uniqlo für das Geschäftsjahr 2025

Chart-der-Woche

Quelle: Fast Retailing, Jahresendbericht 2024/25

Trotz Eiseskälte standen am 6. November 2025 mehrere hundert Menschen in der Münchner Leopoldstraße Schlange, als gäbe es hier etwas umsonst. Aber es war lediglich die Eröffnung des ersten Stores der japanischen Marke Uniqlo in der bayerischen Metropole.

Mit der Filiale in München zählt Uniqlo inzwischen 12 Standorte in Deutschland – die Hälfte davon allein in der Hauptstadt Berlin. Zum Vergleich: Weltweit gibt es mittlerweile über 2.500 Uniqlo-Stores. In den letzten zehn Jahren verdoppelte sich die Zahl der Standorte im Ausland, während die Menge an Filialen in Japan relativ konstant blieb. Hierzulande ist der Hype definitiv real: Die ikonische halbmondförmige Bauchtasche oder die Heattech-Serie, also wärmende lange Unterhosen und Unterhemden, sind zur kalten Jahreszeit wahre Kassenschlager.

Das weltweite Interesse an japanischer Mode macht sich bei Uniqlo auch in der Bilanz bemerkbar. Der internationale Markt ist der Wachstumsmotor: Hier erzielte Uniqlo im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 1,9 Bio. ¥ (10,3 Mrd. €) und konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von rund 12 % vorweisen. Im Heimatmarkt Japan gab es ebenso etwas zu feiern: Hier knackte Uniqlo erstmals die Umsatzmarke von 1 Bio. ¥ (5,4 Mrd. €). Auch das erste Quartal im neuen Geschäftsjahr 2026 lief fabelhaft; der Konzernumsatz des Modekonzerns Fast Retailing, zu dem Uniqlo gehört, stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 15 % an und betrug insgesamt über 1 Bio. ¥ (5,4 Mrd. €).

Zu Fast Retailing gehören neben Uniqlo auch die Marken GU, Theory, Helmut Lang und Comptoir des Cotonniers. CEO und Gründer Tadashi Yanai hat es sich zum erklärten Ziel gemacht, Inditex als größten Kleidungshändler der Welt abzulösen.


Rohstoff-ETFs

Elefantenhochzeit in der Grube

Ein Beben geht durch die Minen dieser Welt: Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto und sein Schweizer Konkurrent Glencore verhandeln über eine Fusion. Es wäre ein Deal der Superlative, der den weltgrößten Mining-Multi mit einem Börsenwert von 215 Mrd. $ erschaffen könnte.

Der Treiber für diese Elefantenhochzeit ist der globale Bedarf an Kupfer. Das rote Metall ist ein elementarer Bestandteil der Energiewende und des KI-Booms; Stromnetze wie auch Rechenzentren brauchen riesige Mengen davon.

Ob der Deal zustande kommt oder nicht: Kupfer ist gefragt. Mit dem iShares Copper Miners investieren Sie gezielt in Unternehmen, die das rote Metall fördern. Wer nicht alles auf einen Rohstoff setzen möchte, wird beim Amundi STOXX Europe 600 Basic Resources fündig. Dieser ETF bildet die europäische Rohstoffbranche ab, in der sich die potenziellen Brautleute Rio Tinto und Glencore mit einer gemeinsamen Gewichtung von über 40 % bereits heute die Hand geben. Und wer nicht in Minenbetreiber, sondern in die Wertentwicklung unterschiedlicher Rohstoffe investieren möchte, kann dies mit dem Xtrackers Bloomberg Commodity ex-Agriculture & Livestock Swap tun. Er lässt Schweine und Weizen links liegen und konzentriert sich auf Energie, Edel- und Industriemetalle.


SCALABLE NEWS


Kosten? Gehen aufs Haus

Erst ein Jahr alt und schon fast 390 Mio. € schwer: Unser Scalable MSCI AC World Xtrackers ist eine echte Erfolgsgeschichte. Zur Feier des Jahrestags verlängern wir unsere Aktion und übernehmen auch in den kommenden sechs Monaten die laufenden Produktkosten für Sie. Die Gesamtkostenquote beträgt also bis Juni 2026 weiterhin 0 %.*

Unser Welt-ETF schont aber nicht nur den Geldbeutel, er liefert auch ab: Im ersten Jahr erzielte er gegenüber dem MSCI ACWI eine Outperformance von 0,27 Prozentpunkten. Das gelingt unter anderem durch die innovative hybride Replikation: Wo es beispielsweise steuerliche Vorteile bringt, setzt der ETF auf eine synthetische Abbildung, ansonsten auf eine physische. So erhalten Sie ein global diversifiziertes Produkt, das einen strukturellen Renditevorteil ermöglicht.

*Die regulären Gesamtkosten (TER) des ETFs von 0,17 % p. a. entfallen bis zum 11.06.2026. Weitere Informationen dazu auf der Produktseite von Xtrackers.

Gemeinsam 100 € sichern

Empfehlen Sie den Scalable Broker oder Scalable Wealth weiter und sichern Sie sich 50 € Bonus für jede Empfehlung. Die eingeladene Person profitiert für kurze Zeit ebenfalls von einem 50 € Startbonus. Die Aktion läuft bis zum 1. Februar 2026. Alle Informationen finden Sie direkt in der Scalable-App.


Produkt-Highlight


Mehr als der Durchschnitt

Das Versprechen einer überdurchschnittlichen Rendite ist der heilige Gral für Anlegende. Wer aus diesem Kelch trinken möchte, muss bereit sein, etwas mehr ins Risiko zu gehen. Hier kommen Faktor-ETFs ins Spiel. Sie bieten die Chance, den Markt zu schlagen, indem sie Risiken eingehen, die sich historisch gesehen in der Regel ausgezahlt haben.

Drei der bekanntesten Treiber für diese Überrendite sind Value, Momentum und Quality. Die Logik dahinter: Aktien, die günstig bewertet sind (Value) oder die zuletzt einen starken Lauf hatten (Momentum), haben sich historisch besser entwickelt als der breite Markt. Auch die Auswahl von Qualitätsunternehmen (Quality) – charakterisiert durch niedrige Verschuldung und stabile Gewinne – zahlte sich langfristig aus.

Doch es gibt einen Haken. Die Überrendite ist der Lohn für das Aushalten von Phasen, in denen diese Strategien nicht zünden. Faktorprämien können langfristig mehr Rendite bringen, sind kurzfristig aber oft sehr launisch. Wer hier investiert, benötigt also Geduld: Ein langer Anlagehorizont ist bei Faktor-ETFs eine Notwendigkeit. Je länger der Atem, desto verlässlicher lässt sich die Prämie abschöpfen.

Diese potenziellen Renditebeschleuniger lassen sich entweder einzeln beimischen oder als Komplettlösung ins Depot holen. Multi-Faktor-ETFs versuchen, mindestens zwei Faktorprämien gleichzeitig abzugreifen. Und der aktiv gemanagte Invesco Global Enhanced Equity deckt mit Value, Momentum und Quality sogar drei ab. Das Produkt investiert zu laufenden Kosten von 0,24 % pro Jahr in eine breite Auswahl an Industrieländer-Aktien. Obwohl der ETF erst im Mai 2025 aufgelegt wurde, konnte er bereits ein Fondsvolumen von 390 Mio. € einsammeln.

Hier geht's zum ETF


Medientipp

Warum KI Jobs killt

Während der KI-Hype die US-Gewinne treibt, zeigt der Arbeitsmarkt erste Risse. Was es damit auf sich hat und wie die harte Realität hinter dieser Produktivitäts-Story aussieht, erfahren Sie in der aktuellen Folge von Beyond the Noise.

Quellen: Scalable and dpa-AFX

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