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Die Deutsche Post kann es bald gemütlicher angehen. 95 Prozent der Briefe sollen spätestens am dritten statt wie bisher am zweiten Werktag im Briefkasten landen. Zum Glück kommt unser Newsletter als E-Mail in Ihr Postfach. Dieses Mal liegt der Fokus auf Zukunftstechnologien wie künstlicher Intelligenz (KI) und Cloud-Services. Außerdem erfahren Sie, welche Konzerne sich die Bandenwerbung bei der Fußball-Europameisterschaft der Männer gesichert haben.


Kraft Heinz

Ketchup fürs Depot?

Der US-amerikanische Lebensmittelkonzern Kraft Heinz hat einen großen Liebhaber. Es ist kein geringerer als Börsenguru Warren Buffett. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hielt Ende März 26,8 Prozent der Stammaktien des Unternehmens. Die Position hat im Berkshire-Portfolio einen Anteil von über 3,5 Prozent und ist unter den Top Ten.

Der Gründer Henry John Heinz sagte einst: „Wenn es nicht Heinz ist, ist es auch nicht Ketchup.“ Kraft Heinz produziert und vermarktet mittlerweile nicht nur Ketchup, sondern auch andere Saucen, Gewürze, Käse, Erfrischungsgetränke und sogar Kaffee. Heinz hat mit seinen Marken heute eine Marktstellung, mit der sich Preiserhöhungen eher durchsetzen lassen. Bei Aktionärinnen und Aktionären ist die Aktie insbesondere als Dividendenwert beliebt. Derzeit liegt die Dividendenrendite bei über vier Prozent.



Wenn sich die Präferenzen der Bürgerinnen und Bürger Europas weiter in Richtung Digitalisierung entwickeln (...), dann sollte auch Zentralbankgeld in digitaler Form für alle, die es verwenden möchten, zugänglich sein.

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, im Interview mit „Handelsblatt“ am 10.06.2024


Märkte & Makro

US-Inflationsrate spendet Hoffnung

Beim US-Technologie-Index Nasdaq 100 ging es von Montag bis Mittwoch knapp drei Prozent nach oben auf 19.557 Punkte – ein neuer Rekord. Neues Allzeithoch auch beim S&P 500. Der US-Leitindex übersprang am Mittwoch 5.447 Punkte.

Der Grund dafür: Mit 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die US-Inflationsrate im Mai leicht unter den Erwartungen. Die Kerninflationsrate, die Nahrungsmittel- und Energiepreise außer Acht lässt, fiel mit 3,4 Prozent ebenfalls besser aus als erwartet. Das fachte die Hoffnungen auf Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wieder an. Die Fed strebt mit ihrer Geldpolitik eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

Beim Leitzinsentscheid am Mittwoch beließ die Fed den Leitzins wie erwartet vorerst in der Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. Für das laufende Jahr peilt sie noch einen Zinsschritt nach unten an. Die Märkte rechnen mit zwei Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte.

Vergangene Woche hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Zinswende bereits eingeleitet. „Wenn wir in den USA keine Zinsveränderung bekommen und vielleicht noch ein oder zwei weitere in Europa, dann heißt das, wir werden einen schwächeren Euro bekommen“, sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING. Das sei zwar gut für die Exportwirtschaft, die negativen Auswirkungen angesichts anhaltend hoher Rohstoffpreise dürften jedoch überwiegen.

Ebenfalls problematisch für die Exportwirtschaft: die angekündigten Strafzölle der EU gegen die chinesische E-Automobilwirtschaft in Höhe von bis zu 38 Prozent. Auch europäische Hersteller, die in China produzieren, wären von den Maßnahmen betroffen. Der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, glaubt jedoch an eine Einigung mit China, bevor die Zölle in Kraft treten. Falls nicht, werde China wohl seinerseits Strafzölle gegen europäische Unternehmen verhängen.

In Frankreich sorgen die angekündigten Neuwahlen für höhere Anleiherenditen. Für Schulden mit zweijähriger Laufzeit muss Frankreich nun rund 3,2 Prozent Zinsen bezahlen, Deutschland 0,2 Prozentpunkte weniger. Bis vergangenen Freitag hatte der Abstand noch bei 0,07 Prozentpunkten gelegen. Ascan Iredi, Leiter Portfoliomanagement bei der Pluto Vermögensverwaltung, sagte, dass Frankreichs Risikoaufschlag angesichts der politischen Unsicherheit sogar noch steigen könne.


Apple-KI

Siri wird schlau?

Wenn man seinen Wettbewerber nicht besiegen kann, ist Verbünden eine gute Idee. Der US-Tech-Riese Apple hat auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC angekündigt, den KI-Assistenten ChatGPT mit dem kommenden Betriebssystem iOS 18 auf seine iPhones zu bringen. Überraschend daran: An OpenAI, dem Spezialisten für künstliche Intelligenz (KI) hinter ChatGPT, ist der Apple-Rivale Microsoft maßgeblich beteiligt.

Hat Apple keine eigene KI? Doch, die Apple-KI soll in iOS 18 der datenschutzkonforme Standard sein. Da sie aber wohl noch lange nicht auf Augenhöhe mit ChatGPT oder Gemini von der Google-Mutter Alphabet sein dürfte, werden auch Alternativen angeboten. Apple gibt sich mit seinem Rückstand bei KI aber nicht zufrieden und wirbt derzeit erfahrenes Personal von Konkurrenten ab.

Die Börse nahm die Ankündigung positiv auf. Kurzzeitig war Apple wieder das wertvollste Unternehmen der Welt, nachdem es zuvor hinter Microsoft und dem US-Chip-Designer Nvidia auf Platz drei gelegen war. Die Märkte gehen davon aus, dass die KI-Assistenten nur auf den modernsten iPhones verfügbar sein werden. Womöglich ein gutes Argument für die Kundschaft, sich ein neues iPhone zu kaufen und das zuletzt stockende Umsatzwachstum bei Apple wieder in Schwung zu bringen.


Warum es sich lohnen kann, über ETFs in innovative Technologien zu investieren, sehen Sie in diesem kurzen Video.


VIRTUALISIERUNG

Cloud-Boom bei Broadcom

Das Bild ruckelt und ständig friert der Mauszeiger ein. Per Fernzugriff auf ein Programm oder eine Datenbank zuzugreifen, kann zur Geduldsprobe werden. Die einzige Lösung: Eine bessere Verbindung, denn sensible Daten und leistungshungrige Anwendungen sind in der Regel besser auf einem Server im Rechenzentrum aufgehoben als auf dem heimischen Arbeits-PC.

Anbieter von Virtualisierungen wie VMware machen es möglich, per Fernzugriff auf einen geschützten Bereich des Servers zuzugreifen, der bei Bedarf erweitert und mit mehr Rechenpower ausgestattet werden kann. Diese Vorgehensweise ist besonders sicher und flexibel. Je weiter Digitalisierung und Cloud-Anwendungen voranschreiten, desto besser also für den US-Chiphersteller Broadcom, der VMware im vergangenen Jahr für 61 Milliarden US-Dollar übernahm.

Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Quartal um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 12,5 Milliarden US-Dollar. Das lag deutlich über den Erwartungen von knapp 38 Prozent. Der Umsatztreiber mit Plus 175 Prozent war die Sparte Infrastruktur-Software, zu der VMware gehört. Auf sie entfielen mit 5,3 Milliarden US-Dollar mehr als 42 Prozent der Umsätze. Der Nettogewinn stieg um gut 60 Prozent auf 2,1 Milliarden US-Dollar – ebenfalls stärker als erwartet.

Die Gesamtjahresziele hob Broadcom um eine Milliarde auf einen Umsatz von 51 Milliarden US-Dollar an. Die Quartalsdividende steigt auf 5,25 US-Dollar je Anteilsschein. Außerdem macht es Broadcom dem US-Chip-Giganten Nvidia nach und führt einen Aktiensplit im Verhältnis eins zu zehn durch. Dadurch soll die Aktie wieder leichter handelbar werden. Am Mittwoch hatte der Aktienkurs erstmals die Marke von 1.500 Euro durchbrochen.


Chart der Woche

Marktkapitalisierung der Sponsoren der UEFA EURO 2024 in Mrd. USD

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Quelle: companiesmarketcap.com, Stand: 10.06.2024

So chinesisch wird die EM

An diesem Freitag beginnt die Fußball-Europameisterschaft (EM) der Männer in Deutschland. In insgesamt 50 Partien spielen 24 Teams um den Titel. Bei jedem Spiel dabei: 13 Marken der Sponsoren des Events. Insgesamt befinden sich acht börsennotierte Konzerne im Sponsorenkreis.

Während der US-amerikanische Getränkehersteller Coca-Cola und der deutsche Sportartikel-Gigant adidas wohl keine Überraschung darstellen, sicherten sich gleich drei börsennotierte chinesische Konzerne die Bandenwerbung in den Stadien. Neben dem Elektronikkonzern Hisense und dem E-Autohersteller BYD ist die Alibaba Group mit zwei Marken beziehungsweise Unternehmensteilen vertreten. AliExpress ist eine Online-Einzelhandelsplattform und AliPay ein digitaler Zahlungsdienstleister.

Die chinesischen Konzerne wollen mit dem Sponsoring ihre Markenbekanntheit nicht nur in Europa erhöhen, denn die EM findet weltweit mediale Aufmerksamkeit. Das letzte Turnier hatte eine Reichweite von 1,9 Milliarden Menschen im Live-Fernsehen.


ETFs im Fokus

Vorsprung durch Technik?

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Unternehmen mit einem Börsenwert jenseits von einer Billionen Euro wie Alphabet, Apple oder Microsoft im Wert vervielfachen? Erscheinen Ihnen die Tech-Riesen des NASDAQ-100 zu träge? Im Invesco NASDAQ Next Generation finden Sie die 100 nach Börsenwert nächstkleineren und unter Umständen flexibleren an der NASDAQ gelisteten Unternehmen.

Wer an einen weiteren Siegeszug von künstlicher Intelligenz (KI) glaubt, kann mit dem Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data fokussiert auf Unternehmen setzen, die in diesem Bereich aktiv sind. Auch Blockchain, die Basis vieler Kryptowährungen wie Bitcoin, sowie Big Data finden in der Unternehmenswelt immer mehr Anwendung. Diese drei ETFs zu Zukunftstechnologien sind im Scalable Broker mitunter am beliebtesten:


Hörtipp

Tesla, Dividende und das französische Netflix

Der Tesla-CEO Elon Musk erhält einen Vergütungsbonus in Höhe von 56 Milliarden Dollar. Außerdem erfahren Sie bei unserem Partner-Podcast, wie Sie mit Generika fünf Prozent Dividendenrendite abstauben können und wie man in Canal+, dem Netflix Frankreichs, investieren kann. Hören Sie rein bei bei Apple, Deezer, Spotify oder RTL+.

Quellen: Scalable and dpa-AFX

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