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Während Elon Musk mit dem gigantischen SpaceX-Börsengang einmal mehr nach den Sternen greift, zeigt sich die Weltwirtschaft am Boden bemerkenswert zweigeteilt. In den Portfolios wird derweil ordentlich Staub aufgewirbelt: Berkshires neuer CEO mistet radikal aus und NVIDIA verteidigt den Thron. Außerdem: Alles über Dividenden und ETFs mit, ohne oder ein bisschen China.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 15.05.2026 und 21.05.2026.

Im Fokus: T1 Energy
Der US-Solarhersteller hat einen neuen Investor: Ein Hedgefonds von Leopold Aschenbrenner ist nun mit 3,6 % beteiligt, was für einen Kurssprung sorgte. Und: Im Q1 verdreifachte sich zwar der Umsatz – ein Werk in Texas ist im Bau – doch macht der Konzern nach wie vor Verluste.


Märkte & Makro

Rendite im All und irdische Probleme

Elon Musks SpaceX bereitet sich auf den größten Börsengang der Geschichte vor. Das Debüt auf dem Parkett ist für den 12. Juni geplant und soll an der Nasdaq erfolgen. Musk strebt dabei eine Bewertung von 1,5–2 Bio. $ an; SpaceX dürfte damit sofort eine der zehn größten Unternehmen an der Börse weltweit werden. Während die Blicke auf das All gerichtet sind, ist das irdische Umfeld eher ernüchternd:

  • Chinas Motor stottert: Die Industrieproduktion sei im vergangenen Monat im Jahresvergleich nur um 4,1 % gewachsen, teilte das Nationale Statistikamt mit. Dies ist das schwächste Wachstum seit Juli 2023. Die Blockade der Straße von Hormus spielt dabei aufgrund gestiegener Energiepreise eine wesentliche Rolle.
  • Renditen klettern: In den USA stiegen die Renditen für Staatsanleihen für zehnjährige Laufzeiten seit Februar von 4 % auf 4,6 %, in Deutschland auf 3,1 % an – das höchste Niveau seit 2011. Das klingt für Zins-Sparerinnen und -Sparer zunächst positiv, bedeutet aber, dass Investoren mehr Risikoprämie fordern. Sie schauen dabei nicht nur auf die ausufernden Haushaltsdefizite, sondern auch auf die steigenden Inflationsrisiken.
  • Europa bremst: Die EU-Kommission halbierte ihre Wachstumsprognose für Deutschland von 1,2 % auf 0,6 %. Hauptgrund für den Dämpfer sind die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs, die das bereits fragile Umfeld der Industrie massiv belasten.

Podcast

„Die Dividende stellt auch ein Commitment des Unternehmens dar. Denn wenn ein Unternehmen 1 € zahlt, sendet es damit zumeist die Message, dass es sich auch nächstes Jahr wieder zutraut, 1 € zu zahlen – oder 1,10 €“, sagt Christian W. Röhl in der neuen Community-Episode von Asset Class, die sich ganz den Ausschüttungen widmet. Er beantwortet die drängendsten Fragen der Community zu Dividenden: ETFs, Reinvestitionen, Abschläge und mögliche Fallstricke. Hier geht's zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Berkshire Hathaway

Die Ära Abel: Weniger ist mehr

Viel wurde über die Nachfolge von Warren Buffett gemutmaßt. Jetzt haben wir es Schwarz auf Weiß. Greg Abel hat sein erstes volles Quartal als CEO von Berkshire hinter sich, und der Blick in die Bücher verrät: Das 13F-Portfolio wurde von rund 40 auf unter 30 Positionen eingedampft. Das 263 Mrd. $ schwere Portfolio ist damit konzentrierter denn je. Die Top 5: Apple (allein 22 %), American Express, Coca-Cola, Bank of America und Chevron stehen für etwa zwei Drittel des Gesamtwerts.

Radikale Exits und neue Akzente

  • Abel hat sich von Amazon, Domino’s Pizza und UnitedHealth getrennt.
  • Mit rund 40 Millionen neuen Aktien ist Alphabet nun unter den Top-10-Positionen.
  • Abel kaufte ein Stück Delta Air Lines zurück – ein Sektor, den Buffett 2020 noch frustriert verlassen hatte.
  • Bei Chevron wurden 8 Mrd. $ versilbert, wohl um die hohen Ölpreise zu nutzen.
  • Nicht zu vergessen: Neben dem Aktienportfolio stehen riesige operative Geschäfte – von Energie bis zur Eisenbahntochter BNSF Railway. Und dann ist da noch ein riesiger Cash-Berg.
  • Die Bilanzsumme des Konglomerats liegt inzwischen bei insgesamt rund 1,2 Bio. $.
  • Das Equity-Portfolio ist gewaltig – aber eben nur ungefähr ein Drittel des Berkshire-Universums.

Unser Fazit: Berkshire unter Buffett war eine Legende der Beständigkeit. Unter Abel wird die Holding agiler und tech-fokussierter. Der Trend geht klar zu weniger Breite und stärkeren Überzeugungen.


Chart der Woche

Kampf der Titanen

Marktkapitalisierung der vier größten Unternehmen der Welt

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Quelle: gurufocus, Stand: 20.05.2026

NVIDIA ist weiterhin das Maß aller Dinge an der Börse. Mit einer Bewertung von 5,4 Bio. $ verteidigt der Chipdesigner seinen Thron als wertvollstes Unternehmen der Welt. Die jüngsten Q1-Zahlen lieferten das nötige Fundament: Mit einem Rekordumsatz von 81,6 Mrd. $ konnte im Jahresvergleich ein Plus von 85 % erzielt werden. Besonders der Bereich um Rechenzentren trug mit über 75 Mrd. $ dazu bei – die Sparte wuchs um 92 % an. Damit konnte NVIDIA die ohnehin schon hohen Prognosen der Wall Street sogar noch schlagen.

Im Frühjahr sah es noch so aus, als könnte Alphabet dem Platzhirsch gefährlich werden. Der Google-Mutter fehlten kurzzeitig nur wenige Milliarden, um NVIDIA den Rang streitig zu machen. Möglich war das durch starke Zahlen für das letzte Quartal. Alphabet beweist zusätzlich auch beim Venture Capital ein gutes Händchen: 2015 stieg das Tech-Unternehmen mit Fidelity bei SpaceX ein. Insgesamt war der Deal ungefähr 1 Mrd. $ schwer; rund 900 Mio. $ entfielen dabei auf Alphabet. Was damals nach einer riskanten Wette klang, erweist sich heute als Jackpot. Mit dem bevorstehenden IPO von SpaceX ist Alphabets Anteil von ungefähr 5–6 % mittlerweile schätzungsweise 100 Mrd. $ wert. NVIDIA dürfte zwar vorerst wieder davongezogen sein, doch das Rennen um den ersten Platz geht weiter.


Welt- und Emerging Markets-ETFs

Das China-Dilemma

Peking setzt zum „China Shock 2.0“ an. Das Ziel: den Westen in den Bereichen High-Tech, Automotive und Luftfahrt vollends abzuhängen. Obwohl Chinas ökonomische Macht wächst und das BIP-Wachstum im ersten Quartal 2026 alle Erwartungen übertraf, spiegelt sich das in den Depots kaum wider: In All-Country-Weltindizes bleibt das Land mit mickrigen 2,5 % ein Leichtgewicht.Das alles spricht für mehr China im Depot, und doch sind chinesische Aktien mit Vorsicht zu genießen. Die schwächelnden Industrie- und Konsumentenzahlen zeigen, dass die chinesische Realwirtschaft komplex ist. Die Aktienmärkte erzählen diese Geschichte: Geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren und ein fragiler Immobiliensektor lasten schwer auf den Kursen. Wer sich jetzt positioniert, steht vor einer Richtungsentscheidung.

  • Die All-in-One-Lösung: Wer Schwellenländer trotz der Volatilität nicht missen möchte, findet im Amundi Prime All Country World eine einfache Basis. Mit rund 10 % Emerging-Markets-Anteil ist man breit aufgestellt, ohne nachjustieren zu müssen.
  • Der Fokus auf Stabilität: Wer hingegen das „China-Risiko“ gezielt eliminieren und stattdessen auf die bewährte Ertragskraft der entwickelten Volkswirtschaften setzen will, braucht ein schärferes Instrument. Hier bietet sich der Invesco MSCI World als strategischer Anker an. Er bündelt rund 1.500 Unternehmen aus den stabilsten Industrienationen. Der Vorteil ist nicht nur die geografische Klarheit, sondern auch die Effizienz: Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von gerade einmal 0,05 % gehört dieser ETF zu den schärfsten Kalkulationen am Markt.
  • Wer China zwar ins Depot holen will, aber nicht einzeln, kann auf den Vanguard FTSE Emerging Markets setzen, in dem China derzeit mit rund 30 % vertreten ist.

SCALABLE NEWS


Altersvorsorgerechner

Anfang Mai hat der Bundesrat dem Altersvorsorgereformgesetz zugestimmt. Das neue Altersvorsorgedepot soll dem privaten Vermögensaufbau ein zeitgemäßes Update geben. Das bedeutet: ein zusätzlicher Rendite-Booster durch staatliche Förderung. Mit unserem Altersvorsorgerechner finden Sie heraus, mit welchen Förderungen Sie dabei rechnen können, welche Steuern anfallen und wie viel Sie monatlich zur Seite legen müssen, um Ihre persönliche Rentenlücke zu schließen.

Redaktionsschluss: Freitag, 7 Uhr

Quellen: Scalable und dpa-AFX

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