Asset Icon SC

Bits & Pieces

Edition #263 | 23.01.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | United Airlines | Chart der Woche | De-Risking-ETFs

Was währt schon ewig? Das Universum, wahre Liebe und wenn es nach Donald Trump geht, natürlich auch das von ihm geplante Grönland-Abkommen mit Dänemark. Auf die Nachfrage eines Journalisten in Davos, wie lange dieses Abkommen Bestand haben werde, antwortete der US-Präsident wortkarg: „Forever“. Das Problem dabei: Dänemark durfte bisher noch nicht einmal mitverhandeln. Während Trump in den Alpen für Ärger sorgt, schauen wir uns ETFs an, in denen Ihr Geld am besten vor den Launen des Donald geschützt ist. Danach jetten wir in profitablen Premium-Großraumkabinen über den Pazifik und genießen dort mit einer Pepsi in der Hand die Morgenröte über dem Land der aufgehenden Zinsen.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 16.01.2026 und 22.01.2026.



Wenn man auf alles reagiert, was Trump sagt, kommt man aus dem Handeln nicht mehr raus. Und dann wird man nicht reich, sondern verrückt.

Christian W. Röhl im Interview bei BILD


Märkte & Makro

Arktisches Tauwetter & japanische Zinswellen

Die Grönland-Frage soll mit Deals statt mit Navy Seals gelöst werden. In den Schweizer Alpen ringen die EU und die USA aktuell um Harmonie im westlichen Bündnis – mit ersten Erfolgen. US-Präsident Donald Trump spricht von einem Rahmenwerk für ein Abkommen, das er mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte ausverhandelt hat. Demnach würden sich die USA umfangreiche Schürfrechte für Grönlands Rohstoffe sichern und dürften ihren neuen Raketenabwehrschirm „Golden Dome“ auf der Insel im Nordatlantik aufspannen.

Für die Kapitalmärkte ist das Thema damit vorerst vom Tisch. Der Blick richtet sich nun nach Japan, wo am 8. Februar gewählt wird. Geldpolitisch geht es dabei um eine ganze Menge – auch für den Rest der Welt. Die amtierende Premierministerin Sanae Takaichi möchte sich mit den Neuwahlen eine Mehrheit für ihre Fiskalpolitik sichern. Der Plan: niedrigere Steuern und massive Investitionen. Die Mehrwertsteuer soll sogar komplett gestrichen werden.

Der Haken: Japan weist bereits die höchste Staatsverschuldung der Welt auf, auch wenn ein Großteil dieser Schulden im Inland liegt. Die Aussicht auf noch höhere Schuldenberge lässt Zweifel an der Zahlungsfähigkeit aufkommen, was zu sinkenden Kursen und somit steigenden Renditen bei japanischen Staatsanleihen führt. Im Wochenverlauf kletterte die Rendite für 10-jährige Papiere auf über 2,3 % – das ist rund doppelt so hoch wie noch vor einem Jahr.

Diese Renditen schlagen auch an den US-Kapitalmärkten hohe Wellen. Der Grund ist die Auflösung des sogenannten „Carry-Trades“. Bisher konnten Investoren in Japan günstige Kredite aufnehmen, um das Geld in den USA hochverzinst anzulegen. Dieses Zeitfenster schließt sich zunehmend, da die Zinsen in den USA tendenziell fallen und in Japan steigen – auch wenn die Bank of Japan ihre Leitzinsen am heutigen Freitagmorgen zunächst unverändert gelassen hat.

Abseits der Zinsmärkte sorgte an der Wall Street die Berichtssaison für Turbulenzen. Der Aktienkurs von Netflix ging trotz starker Quartalszahlen in die Knie. Die neueste Staffel der Kultserie „Stranger Things“ sorgte zwar für ein starkes Weihnachtsgeschäft und Rekord-Abozahlen, doch der Ausblick auf das laufende Jahr enttäuschte. Die geplante Übernahme von Warner Bros. wird derweil vorangetrieben. Mittlerweile will Netflix den Deal komplett in Cash abwickeln. Für die Aktionärinnen und Aktionäre von WB bedeutet das mehr Sicherheit, da ursprünglich auch eine Teilzahlung in (schwankenden) Netflix-Aktien vorgesehen war.


Podcast

Coke oder Pepsi? In dieser Folge von Asset Class tauchen Christian W. Röhl und Katharina Brunsendorf tief in die Geschichte von PepsiCo ein – von den bescheidenen Anfängen in einer Drogerie bis hin zum globalen Snack- und Getränkegiganten.

Hier geht's zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


De-Risking-ETFs

Raus aus der Schusslinie

Innerhalb von zwei Wochen verwandelte sich Grönland von einer dünn besiedelten Eisscholle zum Epizentrum der Weltpolitik. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Donald Trump zumindest einen US-Militäreinsatz um Grönland ausgeschlossen. Und auch die massiven Strafzölle für Staaten, die den Ansprüchen des US-Präsidenten im Weg stehen, sind vorerst wieder vom Tisch. Nach einem kurzen Durchatmen bleibt die Frage: Wo ist das eigene Investment noch sicher vor den Launen des Weißen Hauses?

Die ehrliche Antwort: nirgendwo so richtig. Aber es gibt resilientere Weltgegenden. Ein naheliegender Kandidat ist das Land, in dem Trump gerade am Mikrofon des Weltwirtschaftsforums stand: die Schweiz. Der Franken bleibt die ultimative Fluchtwährung. Der Schweizer Aktienmarkt hingegen ist extrem exportlastig und wird von zahlreichen Global Playern wie Nestlé, Roche und Novartis dominiert – gerät der Welthandel ins Stocken, wackeln auch die Schweizer Riesen.

Besser positioniert ist da die „Schweiz Ostasiens“: Singapur ist das neutrale Finanz- und Handelszentrum, in dem die Einflussbereiche Chinas und der USA aufeinandertreffen. Der Stadtstaat zieht Gelder aus beiden Hemisphären an. Singapur ist die Drehscheibe, die vom Konflikt der Giganten profitieren könnte, statt unter ihm zu leiden. Wie im Alpen-Vorbild setzt man dort auf Diskretion und Stabilität – nur mit deutlich mehr Fokus auf den asiatischen Wachstumsraum und noch stärkeren Banken: Der Finanzsektor hat 45 % Anteil am Index.

Wer noch mehr Distanz zwischen Donald Trump und das eigene Geld bringen möchte, muss nach Australien. Down Under ist nicht nur geografisch weit weg vom Schuss, sondern auch extrem dünn besiedelt. Bekanntermaßen gibt es dort sogar mehr Kängurus als Menschen. Aber der australische Kontinent hat nicht nur Beuteltiere, sondern auch Rohstoffe wie Eisenerz, Kupfer und Lithium im Überfluss. Ein weiterer Pluspunkt: Australien ist eine agrarische Festung. Während Singapur fast jede Kalorie importieren muss, könnte Australien problemlos 100 Millionen Menschen ernähren – bei einer Einwohnerzahl von nur 28 Millionen. Diese Kombination macht Australien im Gegensatz zu Grönland zu einer besonders autarken Insel fürs Depot.


United Airlines

Premium statt Holzklasse

„Wenn du Millionär werden willst, starte mit 1 Mrd. $ und gründe eine neue Fluggesellschaft.“ Virgin-Group-Gründer Richard Branson weiß, wovon er spricht. Er musste bei seiner eigenen Fluggesellschaft Virgin Atlantic von Anfang an strikt darauf achten, profitabel zu wirtschaften. Doch grundsätzlich hat Branson recht, wie der Fluglinienindex NYSE Arca Airline verdeutlicht: Nach einem Auf und Ab ist der Index heute wieder auf dem Stand von 1995. Ein Ausreißer: United Airlines. Die Aktie hat in den letzten fünf Jahren ein Kursplus von 160 % eingeflogen.

Die Erfolgsstrategie: Selbst auf Inlandsflügen bietet United in neuen und nachgerüsteten Flugzeugen nicht nur Bildschirme mit Bluetooth-Audio und größere Gepäckfächer, sondern dank Elon Musks Starlink sogar High-Speed-WLAN. Im Gegensatz zu Billigfliegern wie Spirit Airlines oder Frontier setzt United seit einigen Jahren auf Premiumqualität – und gewinnt Marktanteile. Darüber hinaus wird massiv in die eigene Flotte investiert. Bei den rund 800 Maschinen, die bis 2032 hinzukommen sollen, handelt es sich hauptsächlich um größere Flugzeuge – so lassen sich trotz Premium-Features die Kosten pro Sitzplatz drücken.

Auch der Boom des internationalen Reiseverkehrs nach der Corona-Pandemie war ein Booster für den Erfolg von United Airlines. Bei Flügen über den Pazifik nach Asien sowie bei Transatlantikflügen gehört das Unternehmen zu den Top Playern. Im Gegensatz zu US-Inlandsverbindungen sind die Ticketpreise im Langstreckengeschäft hoch geblieben.

Die Strategie zahlt sich aus: Der Nettoquartalsgewinn stieg im vierten Quartal 2025 um 6 % gegenüber dem Vorjahr auf 1 Mrd. $. Die Aktie reagierte positiv. Nun bleibt abzuwarten, ob der Höhenflug bei United anhält.


Chart der Woche

Sparbuch war gestern

Deutsche mit Aktienanlage

Chart der Woche

Quelle: Aktionärszahlen des Deutschen Aktieninstituts 2025

Als die Deutschen im Winter 2020 wegen Corona den ganzen Tag gezwungenermaßen auf der Couch saßen, begannen sie, ihr Geld zur Arbeit zu schicken. So wurden 12,4 Millionen Deutsche zu Investierenden. Mit einem Zuwachs von 2,7 Millionen war das der größte Sprung der vergangenen 20 Jahre. Und wir waren mit dabei, denn der Scalable Broker ging im Juni 2020 an den Start. Seitdem ist Deutschland im Investment-Fieber. Und besonders im letzten Jahr haben sich viele angesteckt. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Deutschen Aktieninstituts: 14,1 Millionen Menschen in Deutschland investieren mittlerweile an der Börse – ein Plus von zwei Millionen im Vergleich zum Vorjahr.

Die treibende Kraft ist die Gruppe der unter 40-Jährigen. Mit 1,2 Millionen neuen Depots sind sie für 60 % des gesamten Wachstums verantwortlich. Außerdem stellen sie mit insgesamt 4,9 Millionen Investierenden die größte Altersgruppe dar – mehr als doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Bei der Gestaltung des Depots prallen zudem Welten aufeinander: Während ältere Generationen häufiger auf aktiv gemanagte Fonds vertrauen, setzen Jüngere eher auf ETFs oder Sparpläne.

Auch geographisch unterscheidet sich in Deutschland das Interesse an Aktienanlagen. In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen ist die Aktienkultur fester verankert: Hier besitzt etwa jede vierte Person ein Depot. Im Norden kühlt das Interesse ab. Während in Schleswig-Holstein immerhin noch jede fünfte Person ein Depot führt, sind es in Niedersachsen lediglich 15 % und in Mecklenburg-Vorpommern sogar nur 13 %.

Laut Daten der Bundesbank verzeichneten zudem traditionelle Großbanken bis Ende Oktober 2025 bei der Anzahl der Depots keinen Zuwachs. Das Wachstum fand also ausschließlich bei Direktbanken und Neobrokern wie Scalable statt. Fazit für 2025: Das Investment-Fieber ist ansteckend. Und Betroffene legen ihr Geld zunehmend dort an, wo es digital und günstiger ist.


SCALABLE NEWS


Gemeinsam 100 € sichern

Empfehlen Sie den Scalable Broker oder Scalable Wealth weiter und sichern Sie sich 50 € Bonus für jede Empfehlung. Die eingeladene Person profitiert für kurze Zeit ebenfalls von einem 50 € Startbonus. Die Aktion läuft bis zum 1. Februar 2026. Alle Informationen finden Sie direkt in der Scalable-App.


Produkt-Highlight

Dividendenturbo mit Airbag

In den USA sind vierteljährliche Ausschüttungen die Regel. Und manche Unternehmen wie Realty Income oder Main Street Capital zahlen sogar monatlich Dividende. Wer hingegen auf europäische Dividenden-Schecks wartet, braucht etwas Geduld: Von Firmen auf dem europäischen Festland gibt es zumeist nur ein- bis zweimal pro Jahr Geld aufs Konto.

Der Global X European SuperDividend macht Schluss damit. Obwohl der ETF ausschließlich auf europäische Werte setzt, schüttet er trotzdem monatlich aus. Er wird halbjährlich mit den 25 Unternehmen bestückt, die europaweit die höchste Dividendenrendite auf das Parkett legen.

Zudem darf die für die nächsten zwölf Monate erwartete Ausschüttung nicht um mehr als ein Viertel unter der letztjährigen Dividende liegen. Auf diese Weise will der zugrunde liegende Index die klassische Dividendenfalle aushebeln. Denn bisweilen resultieren hohe Dividendenrenditen lediglich daraus, dass der Aktienkurs stark gefallen ist. In so einem Fall ist die Ausschüttungsstärke also nicht nachhaltig. Aus demselben Grund werden Unternehmen mit Dividendenrenditen von mehr als 20 % kategorisch aussortiert.

Da der ETF sehr konzentriert investiert – derzeit besteht er zu knapp zwei Dritteln aus Energie- und Finanzwerten – kommt er vor allem als Depot-Satellit infrage. Mit ihm lässt sich etwa ein global breit gestreutes Kern-Investment mit europäischen Cashflows abseits der üblichen Schwergewichte nachwürzen.

Hier geht's zum ETF


Medientipp

Eisberge, Börsenpläne und rote Zahlen

US-Präsident Trump verteidigt beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine Grönland-Idee, Drogerie-König Rossmann plant einen Börsengang via Hongkong und Amazon verliert 500 Mio. $ im Luxus-Sektor. Mehr dazu erfahren Sie in unserer aktuellen Folge von Beyond the Noise.

Quellen: Scalable and dpa-AFX

Sie möchten noch mehr Börsen-News direkt in Ihr Postfach erhalten?
Jetzt unseren Newsletter abonnieren.

Es gelten unsere Datenschutzbestimmungen. Die Zustimmung kann jederzeit widerrufen werden.