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Bits & Pieces

Edition #265 | 06.02.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Robotaxis | Chart der Woche | Schwellenländer-ETFs

Hat sich US-Präsident Donald Trump einen Falken ins eigene Nest gesetzt? Die Nominierung von Kevin Warsh als Fed-Chef ließ Gold crashen und wirft Fragen auf – wir liefern die Antworten. Außerdem: Warum Meta ein Abo-Modell braucht und wie Uber vom virtuellen Taxistand zum Betriebssystem der Straße wird.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 30.01.2026 und 05.02.2026.


Märkte & Makro

Der Falke im Schafspelz

Warum hat Donald Trump ausgerechnet Kevin Warsh als Fed-Chef nominiert? Der US-Präsident wünschte sich monatelang jemanden, der seine Träume vom schwachen Dollar und niedrigen Leitzinsen erfüllt. Kurz gesagt: Trump wollte einen Ja-Sager. So jemand ist Warsh jedoch nicht.

Der ehemalige Mitarbeiter von Hedgefonds-Legende Stanley Druckenmiller gilt als fiskalpolitischer Falke und Anhänger eines harten US-Dollars. Doch ein glaubwürdiger Hardliner könnte vielleicht genau der Richtige sein, um den US-Dollar „weich“ zu klopfen. Derzeit gehen die Märkte davon aus, dass Warsh die Fed dieses Jahr zu zwei Leitzinssenkungen führt – untypisch für einen Falken. Doch im Gegenzug forderte er immer wieder den massiven Abbau der Notenbankbilanz.

Das hieße: Die Fed würde weniger US-Staatsanleihen halten und damit weniger direkte Kontrolle über das Zinsniveau ausüben. Wohin die Zinsreise geht, würden dann stärker die Privatbanken und der freie Markt bestimmen. Ob es so kommt, ist unklar. Fest steht: Die Nominierung hat bei den Edelmetallen für Turbulenzen gesorgt. Die Aussicht auf einen weniger „weichen“ Dollar ließ Gold und Silber am vergangenen Freitag abstürzen. Eine Feinunze Gold gibt es mittlerweile wieder für weniger als 4.900 $. Wie Sie mit dieser Achterbahnfahrt beim vermeintlich sicheren Kapitalhafen umgehen können, erklärt Ihnen unser Chief Economist in der neuesten Folge von Beyond the Noise.


Berichtssaison

Wer hat was zu melden?

Eli Lilly hat die Markterwartungen für das abgelaufene Quartal pulverisiert. Dank starker Umsätze bei den Abnehm-Kassenschlagern Mounjaro und Zepbound stieg der Umsatz auf 19,3 Mrd. $. Während der Rivale Novo Nordisk beim Ausblick patzte, hob der US-Pharmariese seine Prognose sogar kräftig an. Die Aktie legte zu.

Alphabet machte im vierten Quartal mehr Umsatz und Gewinn als erwartet, gibt das eingenommene Geld aber auch mit vollen Händen wieder für KI-Infrastruktur aus. Für das laufende Jahr stellte die Google-Mutter bis zu 185 Mrd. $ an Investitionen in Aussicht – rund doppelt so viel wie 2025. Das war etwas zu viel für die Wall Street: Die Aktie gab nach.

Amazon plant, dieses Jahr sogar 200 Mrd. $ in KI, Chips, Roboter und Co. zu investieren – über 50 Mrd. $ mehr als erwartet. Zudem enttäuschten die Gewinnzahlen für das abgelaufene Quartal die Wall Street. Der Aktienkurs sank deutlich.


Podcast

Ist der US-Dollar unter Trump noch sicher? Welcher Welt-ETF gehört ins Depot und warum schneidet der VanEck Dividend Leaders besser ab als viele Konkurrenten? In unserer neuen Folge von Asset Class beantwortet Christian W. Röhl Ihre Fragen – darunter auch eine zum psychologisch klugen Umgang mit großen Einmalbeträgen.

Hier geht's zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Robotaxis

Das Betriebssystem der Straße

Waymo vs. Tesla vs. NVIDIA. Das Rennen um die Zukunft der automobilen Beförderung ist in vollem Gange – und Marktführer Waymo baut seinen Vorsprung aus. Die Alphabet-Tochter sammelte erst vor wenigen Tagen 16 Mrd. $ frisches Kapital ein (Bewertung: 126 Mrd. $). Ein großer Teil davon kam von Alphabet selbst. Tesla plant für dieses Jahr den Einsatz von hauseigenen Cybercabs. Und Tech-Überflieger NVIDIA entwickelt derzeit die Plattform NVIDIA DRIVE, die unter anderem aus in Autos verbauten Hochleistungschips besteht und Sensordaten in Echtzeit verarbeiten soll.

Diese Plattform möchte NVIDIA nicht länger nur im Simulator testen. Deshalb setzt man bei den Robotaxis auf eine Partnerschaft mit Uber: Der Plattform-Gigant betreibt die Fahrzeugflotte, NVIDIA liefert die Rechenpower und die KI-Modelle. Aber auch andere Anbieter kommen nicht am Fahrdienstvermittler vorbei: Je nach Region können beispielsweise auch Fahrten mit dem Marktführer Waymo auf der Plattform gebucht werden. 2025 investierte Uber zudem 300 Mio. $ in eine eigene Robotaxi-Flotte, die vom E-Auto-Hersteller Lucid gefertigt wird.

Der Fokus liegt aber auf Kooperation: Langfristig sollen bis zu 100.000 Robotaxis mit Hard- und Software von NVIDIA in das Uber-Netzwerk integriert werden. Das Ziel: NVIDIA DRIVE in der realen Welt testen und wertvolle Daten für zukünftige Innovationen gewinnen. Uber will die Autos nicht lenken oder bauen, sondern die unsichtbare Ebene sein, über die jede Bewegung in einer Stadt organisiert und abgerechnet wird – der Mobilitäts-Hub der Welt.

Doch bereits heute, während bei Uber noch Menschen hinterm Lenkrad sitzen, stimmen die Zahlen: Der bereinigte operative Gewinn im abgelaufenen Quartal lag mit 2,5 Mrd. $ rund 35 % über dem Vorjahreszeitraum.


Schwellenländer-ETFs

Aus dem Schatten heraus

2025 waren alle Augen auf die USA und KI gerichtet. Im Schatten des Hypes haben jedoch auch Schwellenländer-Aktien eine beachtliche Performance abgeliefert. Der MSCI Emerging Markets schaffte es sogar, seinen großen Bruder – den MSCI World – abzuhängen. Wer 2026 Taiwan, Indien und China ignoriert, lässt womöglich Rendite auf der Straße liegen. Mit Emerging-Markets-ETFs haben Sie teil an der Wertentwicklung der Schwellenländer.

Der Xtrackers MSCI Emerging Markets bündelt Unternehmen aus 20 Schwellenländern – darunter die Chip-Schmiede TSMC aus Taiwan, der chinesische Online-Gigant Tencent und der südkoreanische Elektronik-Riese Samsung. Die Top-10-Werte sind mit einem Gewicht von über 30 % zwar ähnlich klumpig wie beim MSCI World und ebenso tech-lastig, aber die Aufholjagd zu den etablierten Industrieländern könnte noch immer großes Potenzial bieten.

Der Amundi MSCI Emerging Ex-China ist eine elegante Lösung für alle, die auf Emerging Markets setzen möchten, ohne aber das regulatorische Risiko aus Peking einzukaufen. Tencent und Alibaba, die sich stets vor den Launen der chinesischen Regierung in Acht nehmen müssen, sind hier nicht vertreten. Den üblichen Verdächtigen aus Taiwan und Südkorea kommt dafür mehr Gewicht zu.

Wer eine breitere Schwellenländer-Diversifikation sucht und auf das Wachstum der Binnenmärkte setzen möchte, sollte auch einen Blick auf die zweite Reihe werfen. Hier finden sich die lokalen Champions von morgen, die nicht so stark am Tropf der Weltkonjunktur hängen wie die globalen Riesen. Der iShares Core MSCI EM IMI kombiniert beides: sowohl Small Caps als auch etablierte Größen der Schwellenländer.


Chart der Woche

Werbeunterbrechung

Die jährlichen Umsätze von Meta im Vergleich

Chart der Woche

Quelle: Meta

Der wertvollste Rohstoff des 21. Jahrhunderts ist Ihre Aufmerksamkeit – und niemand fördert ihn effizienter als Mark Zuckerberg. Mit Meta hat er nicht nur einen der größten Tech-Konzerne, sondern auch die effizienteste Werbetafel der Welt geschaffen.

Allein im Geschäftsjahr 2025 generierte Meta Werbeeinnahmen in Höhe von 196 Mrd. $. Damit machte das Ads-Geschäft 98 % des Gesamtumsatzes von etwas über 200 Mrd. $ aus. Diese Abhängigkeit von den Werbebudgets der Welt ist ein altbekanntes Problem des Tech-Konzerns; seit 2019 haben Ads insgesamt 871 Mrd. $ eingebracht, andere Geschäftsbereiche hingegen nur 20 Mrd. $.

Wenn es nach Meta geht, soll damit Schluss sein. Um das Klumpenrisiko im eigenen Haus zu verringern, hat Mark Zuckerberg bei Spotify und Netflix abgeguckt und möchte ein Abomodell einführen. Dieses soll für Facebook, Instagram sowie WhatsApp gelten und das Nutzungserlebnis unter anderem um verschiedene KI-Features und exklusive Privatsphäre-Einstellungen erweitern.

Fraglich bleibt, wer dafür zahlen wird – immerhin sollen die Standardfunktionen weiterhin kostenlos sein. Sollte die Rechnung jedoch aufgehen, würde Meta seine Einnahmequellen diversifizieren. Mit der Sparte Reality Labs – zu der Produkte wie das Virtual-Reality-Headset Meta Quest oder die KI-Brille Ray-Ban Meta gehören – ist das bisher nicht gelungen; hier wird eher Geld verbrannt. Und das, obwohl es der einzige Geschäftsbereich ist, wo Endverbraucherinnen und -verbraucher direkt zur Kasse gebeten werden.


SCALABLE NEWS


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*Ggf. fallen Produktkosten, Spreads, und/oder Zuwendungen an.

Christian steht Rede und Antwort

Am 9. Februar ist unser Chief Economist Christian W. Röhl zu Gast in einem Webinar der DWS Group und von DAS INVESTMENT. Reservieren Sie sich Ihren Platz und stellen Sie Ihre Fragen zu den Themen MSCI World und Portfoliodiversifizierung. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.

Quellen: Scalable and dpa-AFX

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