Unser Anlagekonzept: Risikomanagement von Scalable Capital

Scalable Capital setzt führende Technologie und neuste Erkenntnisse der Finanzökonometrie ein, um Ihre Geldanlage zu optimieren. Erfahren Sie, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse wir für unser dynamisches Risikomanagement nutzen und welche Ziele wir damit verfolgen.

Kapitalanlagen bergen Risiken.

Fundiertes Konzept

Finanzmarktrisiken lassen sich prognostizieren. Dies nutzen wir bei Scalable, um ein verbessertes Rendite-Risiko-Verhältnis zu erzielen.

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Risikomanagement

Bei Scalable bestimmen Sie Ihre Risikokategorie. Um diese einzuhalten, wird Ihr Portfolio laufend überwacht und regelmäßig angepasst.

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Performance-Optimierung

Durch unser dynamisches Risikomanagement und günstige Kostenstrukturen erzielen wir eine optimierte, risikoadjustierte Rendite.

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Fundiertes Konzept

Ein Großteil der Zeit und Energie in der Finanzindustrie wird darauf verwendet, die Entwicklung von Wertpapierkursen zu prognostizieren. Doch zahllose empirische Studien zeigen, dass sich Kursentwicklungen praktisch nicht vorhersagen lassen, weshalb sogenanntes Stockpicking und Market-Timing reine Glückssache sind und fast nie zu systematischen Anlageerfolgen führen.

Risiken lassen sich hingegen nachweislich und zweckmäßig prognostizieren. Denn Finanzmarktrisiken sind im Zeitablauf nicht konstant, sondern ändern sich stark und treten häufig in „Clustern“ auf, d.h. es gibt wechselnde Phasen, die von hoher oder niedriger Volatilität gekennzeichnet sind, wobei höhere Volatilität ein höheres Verlustpotenzial impliziert.

Korrelation wöchentlicher DAX-Renditen

Streudiagramm der Renditen (in %) aufeinanderfolgender Wochen auf Basis täglicher Schlusskurse und Regressionsgerade, 1992-2018

Wochenrendite - Rendite der Vorwoche

Korrelation wöchentlicher DAX-Volatilitäten

Streudiagramm der Volatilität (in %) aufeinanderfolgender Wochen auf Basis täglicher Schlusskurse und Regressionsgerade, 1992-2018

Wöchentliche Durchschnittsvolatilitäten des Dax (in %), 02.01.1992 – 12.12.2018
Quelle: Bloomberg, VDAX-New für Volatilitäten und Dax-Performance-Index (total return) für Renditen


Empirische Studien belegen, dass Schwankungsbreiten aufeinanderfolgender Kursbewegungen stark korrelieren. Im Klartext bedeutet dies, dass auf einen überdurchschnittlich risikoreichen Tag oder Monat mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder ein überdurchschnittlich turbulenter Tag bzw. Monat folgt.
Diese Erkenntnis geht ursprünglich auf Benoît Mandelbrot und Eugene Fama zurück. Allerdings haben erst die wissenschaftlichen Arbeiten von Robert Engle dazu verholfen, aus dieser Erkenntnis Modelle zur Risikoprognose zu entwickeln. Für diese Forschungsleistung wurde er im Jahr 2003 mit dem Nobel-Gedächtnispreis ausgezeichnet.

Scalable Capital macht sich diese Eigenschaft von Finanzmarktrisiken zu Nutze, um die Risikovorgaben des Anlegers mit einer wesentlich höheren Wahrscheinlichkeit zu erfüllen und verbesserte Rendite-Risiko-Profile zu erzielen.

Value-at-Risk: Bestimmen Sie selbst, wieviel Risiko Sie eingehen

Risiko ist die Währung, mit der Anleger Rendite einkaufen. Unsere Kunden bestimmen selbst, wie viel Risiko sie „auf den Tisch legen“ wollen: Ob niedriges Risiko, mit entsprechend begrenzten Renditemöglichkeiten (5% VaR), oder ein höheres Risiko mit größerem Renditepotential (20% VaR).

Die individuelle Anlagestrategie basiert auf der gewählten Risikokategorie, die an die Risikokennzahl Value-at-Risk (VaR) gekoppelt ist. Die von Scalable Capital verwendete VaR-Spezifikation beziffert den Jahresverlust, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht überschritten werden sollte (VaR mit Jahreshorizont und 95% Konfidenzniveau). Ein angegebener VaR von 12% bedeutet dann beispielsweise, dass das Portfolio in einem Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% nicht mehr als 12% an Wert verlieren sollte, oder anders ausgedrückt, im Mittel kann in einem von 20 Jahren ein Jahresverlust von mehr als 12% auftreten. Die für Sie geeigneten Risikokategorien ergeben sich aus der vorgenommenen Geeignetheitsprüfung.

Mögliche Wertentwicklungen eines Anlagebetrages von 100.000 €

Risikokategorie: 5% VaR

Verlustrisiko gesteuert mit der Kennzahl Value-at-Risk (VaR)

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Hinweise zur Berechnung

Basierend auf historischen Rendite- und Risikodaten der gewählten Anlageklassen und mittels statistischer Verfahren werden mögliche Wertentwicklungen der Risikokategorien für einen Zeitraum bis zu 5 Jahren berechnet. Das 5%-Quantil in dieser Abbildung stellt eine schlechte Wertentwicklung dar. Das 50%-Quantil, der Median, zeigt die mittlere Wertentwicklung. Das 95%-Quantil bildet eine gute Entwicklung ab. In den dargestellten Wertentwicklungen wurden die volumenabhängige Gesamtvergütung von 0,75% p.a. sowie die laufenden Kosten der ETFs von durchschnittlich 0,19% p.a. berücksichtigt. Die zukunftsbezogenen Angaben und Darstellungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Quelle: Eigene Berechnung.

Risikokategorie: 20% VaR

Verlustrisiko gesteuert mit der Kennzahl Value-at-Risk (VaR)

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Hinweise zur Berechnung

Basierend auf historischen Rendite- und Risikodaten der gewählten Anlageklassen und mittels statistischer Verfahren werden mögliche Wertentwicklungen der Risikokategorien für einen Zeitraum bis zu 5 Jahren berechnet. Das 5%-Quantil in dieser Abbildung stellt eine schlechte Wertentwicklung dar. Das 50%-Quantil, der Median, zeigt die mittlere Wertentwicklung. Das 95%-Quantil bildet eine gute Entwicklung ab. In den dargestellten Wertentwicklungen wurden die volumenabhängige Gesamtvergütung von 0,75% p.a. sowie die laufenden Kosten der ETFs von durchschnittlich 0,19% p.a. berücksichtigt. Die zukunftsbezogenen Angaben und Darstellungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Quelle: Eigene Berechnung.

Risikoüberwachung

Um Ihre Risikokategorie einzuhalten, wird Ihr Portfolio automatisch überwacht und hinsichtlich seines Risikopotenzials analysiert. Konkret werden unter Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation und der gegenwärtigen Portfoliozusammensetzung dazu anhand von „Monte-Carlo-Simulationen“ jeweils tausende von plausiblen Wertentwicklungsszenarien generiert. Sobald die Risikoprojektion eine drohende Überschreitung des Verlustrisikos anzeigt, wird automatisch eine risikomindernde Portfolioumschichtung vorgenommen – z.B. durch eine Reduktion von Aktien-ETFs und eine Erhöhung des Anteils von Anleihen-ETFs. Das heißt nicht, dass wir bei jeder kurzfristigen Korrektur sofort hektisch handeln. Wir passen das Portfolio an die Marktsituation an, wenn sie sich nachhaltig ändert. So bleibt das Risiko langfristig unter Kontrolle. Im umgekehrten Fall, also wenn das ermittelte Anlagerisiko unter dem festgelegten Verlustrisiko liegt, findet eine risikosteigernde Umschichtung statt, um so kein Renditepotenzial aufgrund einer zu konservativen Portfolioaufstellung zu verschenken.

Wird eine Verletzung des Verlustrisikos prognostiziert…

graph-1 Portfoliogewichtung
Wichtige Hinweise

Die Angaben haben rein beispielhaften Charakter. Die zukunftsbezogenen Angaben und Darstellungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

…findet eine automatische Anpassung der Gewichtung statt.

graph-2 Angepasste Portfoliogewichtung
Wichtige Hinweise

Die Angaben haben rein beispielhaften Charakter. Die zukunftsbezogenen Angaben und Darstellungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

Können Kursverluste auftreten, die größer als die angegebene Risikokategorie sind?

Ja. Ein Verlust bzw. eine temporäre, negative Wertentwicklung Ihres Portfolios, die über den gewählten VaR-Wert hinausgeht, ist möglich und kann mit einer Wahrscheinlichkeit von 5% eintreten. Bei einem VaR von beispielsweise 12% ist auf Jahresbasis mit einer Wahrscheinlichkeit von 5% (also im Mittel einmal in 20 Jahren) mit einem Jahresverlust von mehr als 12% zu rechnen.

Performance-Optimierung

In den folgenden Grafiken zeigen wir auf, wie unser Anlagemodell die ETF-Gewichtung für ein Portfolio mit dem 5%, 15% bzw. 25% Value-at-Risk historisch angepasst hätte. Die Grafiken illustrieren, wie bei prognostizierter Verletzung des VaRs dynamisch Umschichtungen vorgenommen werden.

In Zeiten langfristig erhöhter Finanzmarktrisiken wird dadurch typischerweise der Anteil von Aktien-ETFs (in der Grafik dunkel) zu Gunsten von Anleihen-ETFs und Tagesgeld (in der Grafik hell) zurückgefahren.

Tagesgeld
Staatsanleihen

Besicherte Anleihen
Unternehmensanleihen

Immobilien
Rohstoffe

Aktien

Wichtige Hinweise

Die Grafik veranschaulicht, wie dynamische Portfolioanpassungen auf Basis einer projizierten Verletzung des definierten VaR durchgeführt worden wären. Sie basiert auf Backtesting-Daten und zeigt keine tatsächlichen historischen Portfolioumschichtungen, da Scalable Capital erst seit Ende 2015 Kundengelder verwaltet.

Die Angaben haben rein beispielhaften Charakter. Die zukunftsbezogenen Angaben und Darstellungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen und/oder Umschichtungen.

Effektives Risikomanagement verbessert Performance, denn mehr Risiko bedeutet nicht automatisch mehr Rendite

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ ist eine Weisheit, die besonders an der Börse ihre Gültigkeit hat: Hohe Renditen erfordern eine hohe Risikobereitschaft. Tatsächlich gehen Anlageklassen mit langfristig hohen Renditen meist auch mit höheren Risiken einher (z.B. Aktien vs. Staatsanleihen). Der Schluss, hohe Risiken bedeuten automatisch hohe Renditen, greift jedoch zu kurz, denn das Zusammenspiel zwischen Rendite und Risiko an den Finanzmärkten ist wesentlich komplexer.

Grundsätzlich kann man Risiko in zwei Komponenten zerlegen: das Fundamentalrisiko, das die grundsätzlichen Risiken der zugrunde liegenden Anlagen reflektiert, sowie den temporären – positiven und negativen – Abweichungen vom Fundamentalrisiko, die aufgrund schwankender Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Entwicklung einer Anlageklasse entstehen. Während sich das Fundamentalrisiko im Zeitablauf meist nur graduell ändert, können temporäre Abweichungen, auch Überschussrisiko genannt, starken Schwankungen unterworfen sein. Zwischen Rendite und Fundamentalrisiko ist in der Tat langfristig meist ein positiver Zusammenhang zu beobachten. Bei den Überschussrisiken ist die Sachlage jedoch komplexer. So gehen im Aktienbereich zum Beispiel Phasen mit positivem Überschussrisiko häufig mit schlechten Renditeentwicklungen einher. Ein Anleger wird also für das Aushalten von Fundamentalrisiken entlohnt, für darüber hinausgehende Überschussrisiken jedoch bestraft.

Scalable Capitals Ziel ist es, jedes Portfolio in der vom Klienten vorgegebenen Risikokategorie zu halten. Dazu werden die besten ETFs verschiedener Anlageklassen kombiniert. Signalisieren unsere Projektionen Risikoabweichungen und eine drohende Verletzung der Risikokategorie, werden die Portfoliogewichte automatisch angepasst. Dieses ständige „Ausbügeln“ von positiven und negativen Überschussrisiken führt langfristig zu besseren risikoadjustierten Renditen.

Risiken werden langfristig mit Risikoprämien entlohnt

Jährliche Rendite verschiedener Anlageklassen (in Prozent, 1990-2020)
Vola_Returns_DE_DBG White background
Quelle: Bloomberg-Daten und eigene Berechnungen.

Positive Überschussrisiken führen meist zu negativen Renditen

Kursentwicklung des DAX und des VDAX (Volatilitätsindikator des DAX)
DAX VDAX2 Medianrisiko DBG HD (2)
Quelle: Bloomberg-Daten und eigene Berechnungen.

Wissenschaftliche Studien identifizieren „Low-Risk-Prämie“ – eine Prämie für Investitionen in Phasen geringerer Unsicherheit

Wissenschaftliche Studien belegen, dass auf Risikoanalyse anstatt auf Kursprognosen fokussierte Anlagemodelle langfristig verbesserte Rendite/Risiko-Profile ermöglichen. Siehe zum Beispiel: Haas und Mittnik (2009), Mittnik und Paolella (2003) sowie Moreira und Muir (2016).

„Portfolios, die weniger Risiken eingehen, wenn Volatilitäten hoch sind, erzielen bessere risikoadjustierte Renditen“, führt die Studie der Yale-Wissenschaftler Moreira und Muir an. Ihre Studie identifiziert eine sogenannte „Low-Risk-Prämie“, also eine Belohnung für die Investition in normalen und ruhigen Marktphasen.

Die beiden Wissenschaftler verglichen die Performance von Aktien-Portfolios über einen Zeitraum von 90 Jahren (1926-2015), die zwei verschiedene Anlagestrategien verfolgen. Die erste ist eine gewöhnliche ”Buy & Hold“-Strategie, die zweite verwendet eine Risikosteuerung, bei der in hochvolatilen Phasen Risikopositionen ab- und in risikoarmen Phasen aufgebaut werden.

Das Ergebnis: „In volatilen Marktphasen existieren deutlich höhere Risiken. Wenn man nicht adäquat für die Übernahme dieser Risiken entlohnt wird, dann ist die richtige Strategie, den Markt zu verlassen. Das belegen die untersuchten Daten“, fasst Tyler Muir, Professor für Finanzen an der Yale School of Management, zusammen.

Yale-Studie (2016): Risikofokussierte Anlage wird belohnt

Performance von US-Aktien-Portfolios, die einer "Buy & Hold"-Strategie bzw. einem risikobasierten Ansatz folgen (logarithmische Skalierung)
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Zeitraum: 1926-2015. Quelle: Moreira und Muir (2016, Abb. 3)

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