Zwei Kriterien für die Auswahl Ihrer Kern-ETFs

23. Februar 2021  |  Florian Foerster
Asset Blog ETF Core 1600
Breit diversifizierte Aktien- und Anleihe- ETFs bilden in der Regel die Basis des Portfolios. Kosten und Effizienz sind die entscheidenden Faktoren, die Sie beim Zusammenstellen berücksichtigen sollten.

Eine der wichtigsten Einsatzmöglichkeiten von ETFs ist ihre Funktion als Kernbausteine eines Anlageportfolios. Hierfür eignen sich besonders sogenannte „Core“-ETFs. Über Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere hinweg sind sie so konzipiert, dass sie die langfristigen Bestände Ihres Gesamtportfolios darstellen. Sie ermöglichen ein breites, diversifiziertes Investment und sofortigen Zugang zu den wichtigsten Märkten der Welt – mit einer einzigen Transaktion.

Mit einem ETF, der den MSCI World Index abbildet, haben Sie zum Beispiel rund 1.600 Aktien aus 23 entwickelten Märkten, die für rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung dieser Länder stehen, in Ihrem Portfolio. Die Basis aus solchen Core-ETFs lässt sich durch taktische ETFs ergänzen, die Sie für ein kurzfristigeres Engagement in bestimmten Sektoren oder Nischen-Anlageklassen nutzen können.

Bei der großen Zahl der verschiedenen Core-ETFs am Markt ist es wichtig, dass Sie die für Sie richtigen Produkte auswählen. Bei der Auswahl Ihrer Portfolio-Kernbausteine sollten Sie die folgenden zwei Kriterien berücksichtigen.

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Kosten

Asset_Icon_Effizienz

Effizienz

1. Kosten

Für Anleger, die ein passives Investment in traditionellen, marktkapitalisierungsgewichteten Indizes wünschen, sind die Kosten ein bedeutender Faktor. Tatsächlich bauen Investoren ihre Asset-Allokation gewöhnlich um kostengünstige passive Core-ETFs herum – und sind bereit, in der Hoffnung auf Mehrerträge etwas mehr für den Rest ihres Portfolios zu zahlen.

Einige Produkte, die breitgefasste Indizes wie den S&P 500 in den USA abbilden, erheben gerade einmal jährliche Gebühren von 0,05 Prozent. Wie hoch die Gebühren sind, können Anleger an der Total Expense Ratio (TER) eines ETF ablesen, auf Deutsch meist Verwaltungsgebühr oder Gesamtkostenquote genannt. Eine niedrige Gesamtgebühr ist aber nur ein Aspekt.


2. Nicht nur Kosten – auch Effizienz und Performance sind wichtig

Andere Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt, sind die Transaktionskosten von Fonds, ihre steuerliche Behandlung und die Frage des effektiven Umgangs mit Dividenden.

Core-ETFs sind in der Regel auf eine effiziente und konsistente Nachbildung ihrer Referenzindizes ausgerichtet (nach Abzug der Gebühren und einschließlich der Transaktionskosten). ETFs können ihren Index auf unterschiedliche Weise nachbilden – physisch oder synthetisch (siehe Tabelle). Welches die effizienteste Methode ist, hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel:

  • der Anzahl der Indexkomponenten
  • der Häufigkeit der Index-Rebalancings
  • der Frage, wie einfach es ist, die im Index enthaltenen Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen
  • den steuerlichen Auswirkungen der einzelnen Methoden
  • dem Umgang mit Dividenden

Physische vs. synthetische Replikation

Wie ETFs ihren Referenzindex nachbilden

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Quelle: Invesco

Erwähnenswert ist, dass die synthetische Replikation steuereffizienter sein kann, wodurch ETFs in einigen Fällen sogar ihren Referenzindex schlagen können.


Fallstudie zur Performance von Core-ETFs: Nachbildung des MSCI World

Der Invesco MSCI World UCITS ETF beispielsweise hat im Jahr 2019 eine um 0,19 % höhere Rendite erzielt als sein Referenzindex MSCI World Index.

Der Grund: Der MSCI World Index ist nach der Marktkapitalisierung gewichtet, wobei der Anteil der Aktien US-amerikanischer Unternehmen im Index rund 64 % beträgt. Ausländische Investoren müssen für Dividendenausschüttungen US-amerikanischer Unternehmen gewöhnlich eine Quellensteuer von bis zu 30 % zahlen. Viele können diese Belastung allerdings durch die Anwendung von Doppelbesteuerungsabkommen auf 15 % reduzieren.

Dank seiner Struktur kann ein synthetisch replizierender ETF die US-Quellensteuer potenziell auf null reduzieren. Angesichts einer durchschnittlichen Dividendenrendite von rund zwei Prozent aus US-amerikanischen Large-Cap-Aktien führt diese Steuerbefreiung dazu, dass synthetisch replizierende Fonds einen Zusatzertrag von 30 Basispunkten aus US-Positionen gegenüber dem, was mithilfe von Steuerabkommen möglich ist, erzielen können. Das entspricht einer Outperformance des MSCI World Index um rund 19 Basispunkte.


Auswahl: Core-ETFs im Überblick

Invesco bietet eine breite Palette von Core-ETFs für unterschiedliche Sparziele. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl unserer wichtigsten Produkte. Beispiele für Kernportfolioallokationen mit den ETFs von Invesco finden Sie hier.

 

ETF

Gesamtkosten p.a. (TER)

Global

MSCI World

0,19 %

Nordamerika

S&P 500

0,05 %

S&P 500 ESG

0,09 %

MSCI USA

0,05 %

NASDAQ-100

0,30 %

Großbritannien & Europa

EURO STOXX 50

0,05 %

MSCI Europe

0,19 %

MSCI Europe ex UK

0,20 %

Wesentliche Risiken

Invesco MSCI World UCITS ETF
Der Wert von Anlagen und die Erträge hieraus unterliegen Schwankungen. Dies kann teilweise auf Wechselkursänderungen zurückzuführen sein. Es ist möglich, dass Anleger bei der Rückgabe ihrer Anteile nicht den vollen investierten Betrag zurückerhalten.
Dieser Fonds geht Swap-Vereinbarungen ein, welche die Wertentwicklung des Referenzindex liefern. Diese können mit mehreren Risiken einhergehen, unter anderem mit der Möglichkeit einer Anpassung oder sogar einer vorzeitigen Kündigung der Swap-Vereinbarung.
Der Wert der Aktien kann aufgrund der Umstände des Emittenten oder der Wirtschafts- und Marktbedingungen schwanken.
Risiko im Zusammenhang mit synthetischen ETF: Da der Fonds sein Ziel durch den Einsatz von Swaps verfolgt, könnte er den Risiken ausgesetzt sein, die mit Wertpapieren verbunden sind, die sich von den Komponenten des Referenzindex unterscheiden. Der Fonds ist zudem dem Risiko der Insolvenz oder jeder anderen Art des Ausfalls des Kontrahenten im Zusammenhang mit einer vom Fonds abgeschlossenen Handelstransaktion ausgesetzt.

Bild: Pascal Debrunner, Unsplash

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Author Florian Foerster Invesco
Florian Foerster
Senior ETF Sales Manager, Invesco
Florian Foerster ist als ETF Sales Manager für die Investmentgesellschaft Invesco in Frankfurt tätig. Zuvor arbeitete er über acht Jahre bei der Commerzbank in Frankfurt als Spezialist für Zertifikate und ETFs sowie den Handel mit physischem Gold. Er begann seine Karriere als Trader für Equity Derivatives bei der Citigroup in London. Florian hat Wirtschaftswissenschaften an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main und an der Sobey School of Business at St. Mary’s University in Halifax, Kanada, studiert.